Gedenktage

Eisheilige 2021: Was der Spätfrost für den Garten bedeutet

Sobald die Tage wärmer werden und die Sonne freudig in den Garten strahlt, werden Gartenfreunde ungeduldig. Zier-, Obst- und Gemüsegärten möchten sich entfalten und um neue Pflanzen ergänzt werden. Der Mai hält jedoch trotz schönster Sonne Spätfrost bereit, der frostempfindlichen Gewächsen zum Verhängnis werden kann. Wir erklären, was es mit den Eisheiligen auf sich hat und was die kalten Tage für den Garten bedeuten.

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Blumenblüte mit Raureif
Nächtlicher Frost kann bis in den Mai hinein zu Schäden an Pflanzen führen
Inhaltsverzeichnis

Was sind die Eisheiligen?

Die Bezeichnung "Eisheilige" stammt aus dem Volksmund. Sie bezeichnet die Kalendertage vom 11. bis zum 15. Mai, die für die Aussaat besonders relevant sind. Der Name bezieht sich jedoch nicht auf den kalendarischen Termin, sondern richtet sich nach den Gedenktagen von katholischen Heiligen.

Die Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie lebten im vierten sowie fünften Jahrhundert nach Christus. Während Mamertus und Servatius der Kirche als Bischöfe dienten, starben Bonifatius und Sophie als Märtyrer.

Zwar haben die Heiligen nichts mit dem Frost zu tun, den die nach ihnen benannten Tage im Mai in den Garten bringen. Doch ergänzte der Volksmund die Heiligen um den Zusatz "Eis", um auf den Spätfrost an diesen Tagen aufmerksam zu machen. Somit ergab sich der Begriff der Eisheiligen, der bis heute als bekannte Bauernregel besteht.

Neben der Bezeichnung als Eisheilige hält der Volksmund auch die Namen "Gestrenge Herrn" oder "Eismänner" bereit, die auch die "kalte Sophie" einschließen.

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Wie entsteht der Spätfrost im Mai?

Rasen mit Raureif
Das erste schöne Wetter im März und April kann Nachtfröste im Mai nach sich ziehen

Der Mai hält auf dem europäischen Festland bereits milde bis teilweise warme Temperaturen bereit. Die zunehmende Sonneneinstrahlung sorgt auf den Landflächen des Kontinents für eine schnelle Erwärmung. Das Meer erwärmt sich hingegen langsamer, sodass sich zwischen Atlantik und Festland Temperaturdifferenzen bilden.

Diese Gegensätze lassen Tiefdruckgebiete entstehen, die zu einer Verschiebung von Luftmassen führen. Warme Luftströmungen über dem Festland verlagern sich Richtung Norden und finden einen Ausgleich mit kalten bis sehr kalten Luftströmen, die aus den nördlichen Polargebieten in Richtung des Festlandes gedrückt werden.

Diese Luftbewegungen sind dafür verantwortlich, dass die Temperaturen über dem europäischen Festland zur Monatsmitte hin sinken. Rund um die Eisheiligen können sich daher Spätfröste ausbreiten, die sich insbesondere als Nachtfröste auswirken und insbesondere an empfindlichen Gartenpflanzen Schäden hinterlassen.

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Wann sind die Eisheiligen 2021?

Die Eisheiligen habe feste Gedenktage, die jedes Jahr am selben Tag stattfinden:

  1. Mamertus, Bischof von Vienne - 11. Mai 2021
  2. Pankratius, frühchristlicher Märtyrer - 12. Mai 2021
  3. Servatius, Bischof von Tongern - 13. Mai 2021
  4. Bonifatius, frühchristlicher Märtyrer - 14. Mai 2021
  5. Sophia, frühchristliche Märtyrerin - 15. Mai 2021

Während in Norddeutschland Mamertus als der erste Eisheilige gilt, ist es in Süddeutschland, der Schweiz und Österreich Pankratius.

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Wie wirken sich die Eisheiligen regional aus?

Der Spätfrost, den die "Eismänner" mit sich bringen, entsteht durch kalte Polarluft. Diese breite sich zunächst im Norden des Kontinents aus und erreicht den Süden erst mit leichter Verspätung. Folglich beginnen die Eisheiligen in Norddeutschland rund einen Tag früher als im Süden. Im Norden können Gartenfreunden vom 11. bis zum 13. Mai mit Frost rechnen. In Süddeutschland breitet sich die Kälte in der Regel ab dem 12. Mai aus und endet am 15. Mai mit der "kalten Sophie".

In Deutschland unterliegt das Klima allerdings regionalen Schwankungen und ist daher stark von der jeweiligen Region abhängig. Wetterregeln lassen sich somit nicht für alle Gebiete generalisiert anwenden. Für Hobbygärtner und Gartenfreunde empfiehlt es sich, den Wetterbericht im Mai im Auge zu behalten und empfindliche Pflanzen erst nach Ende der frostigen Tage ins Freibeet zu bringen.

Einige Bauernregeln halten zudem reimende Weisheiten rund um die Eisheiligen bereit. "Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein" lautet eine von ihnen. Eine andere befindet: "Pankrazi, Servazi und Bonifazi sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie die Kalte Sophie." Während sich die erste auf nördliche Gebiete bezieht, findet die zweite Bauernregel im deutschen Süden Anwendung. Das Wort "Bazi" bezeichnet hier übrigens durchtriebene Burschen.

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Was bedeuten die Eisheiligen für den Garten?

Blüten mit Frostschäden
Kommt es zu Spätfrost, nachdem sich die ersten Blüten gebildet haben, können diese Frostschäden erleiden

Im Bauernkalender markieren die "gestrengen Herrn" einen wichtigen Termin, an dem es auch während der Vegetationsperiode zu Frösten kommen kann. Insbesondere nachts sinkt die Temperatur stark ab und bringt mit einem schnellen Temperatursturz oft überraschenden Spätfrost in den Garten. Dieser ist vor allem für frostempfindliche und junge Pflanzen eine Gefahr, die erhebliche Schäden verursacht und bis zu deren Erfrieren führen kann. Frostschäden bedeuteten für Landwirte und Bauern seit jeher Ernteeinbußen, die im schlimmsten Fall zu Hungersnöten führten.

Zwar steht dieses Problem in Zeiten der Supermärkte nicht mehr im Vordergrund. Als Hobbygärtner und Gartenfreund werden Sie sich jedoch über Frostschäden an Zierblumen, Gemüsepflanzen und Obstbäumen ärgern. Bauernregeln empfehlen daher, vorgezogene Jungpflanzen und empfindliche Gewächse erst nach den Eisheiligen ins Freie umzusiedeln.

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Wie lassen sich Gartenpflanzen vor den Eisheiligen schützen?

Haben Sie Pflanzen bereits ins Freibeet gesetzt, sollten Sie diese vor den kalten Maitagen schützen. Das gilt nicht nur für empfindliche, sondern auch für robuste Gewächse. Denn die plötzlichen Temperaturschwankungen können auch hier starke Schäden anrichten, wenn sie empfindliche Pflanzenteile ohne Vorwarnung treffen.

Einen kurzzeitigen Kälteschutz erreichen Sie mit Reisig, Vlies oder speziellen Folien, die Sie zur Abdeckung gefährdeter Pflanzen verwenden. Die Maßnahmen dienen allerdings als eine zeitlich begrenzte Lösung und sollten nur nachts zum Einsatz kommen. Erwärmt sich die Erde tagsüber wieder, kommt es unter der Abdeckung schnell zu einem Luftstau oder der Bildung von Kondenswasser. Dieses erhöht die Feuchtigkeit und begünstigt unter Umständen einen Befall mit Schimmelpilzen. Um kräftig und robust zu werden, benötigen die Pflanzen während ihrer Wachstumsphase außerdem viel Licht, das durch eine lichtundurchlässige Abdeckung abgehalten wird.

Haben Sie Kübelpflanzen bereits an ihren Sommerstandort gebracht, können Sie die Gewächse während der Eisheiligen noch einmal in ihr Winterquartier bringen. Den Stamm von Obstbäumen schützen Sie mit einem weißen Kalkanstrich, der Spannungsrisse vermeidet. Um die Blüten zu schützen, lässt sich die Krone kleinwüchsiger Bäume ebenfalls mit Vlies abdecken, das Sie bei großen Bäume auch um einzelne Äste wickeln können.

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Welche Pflanzen dürfen bereits vor den Eisheiligen ins Freibeet ziehen?

Setzling im Frühbeet
Blattsalate, Kohlrabi, Zwiebeln und Kartoffeln können bereits vor den Eisheiligen gesetzt werden

Nicht alle Gartenpflanzen zeigen sich frostempfindlich. Einige Gewächse dürfen bereits vor dem Kälteeinbruch im Mai ins Freibeet ziehen. Neben Bellis, Primeln und Stiefmütterchen überstehen auch Frühblüher wie Hyazinthen, Tulpen, Blausternchen oder Maiglöckchen den Spätfrost. Im Gemüsegarten freuen sich Erbsen, Kresse, Möhren, Radieschen oder Spinat über einen Platz im Freien.

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Welche Pflanzen sollten Sie erst nach den Eisheiligen ins Freibeet bringen?

Für empfindliche Gartenpflanzen beginnt die Pflanzsaison erst nach dem letzten Spätfrost. Junge Gemüsepflanzen, die Sie auf der Fensterbank vorgezogen haben, dürfen zusammen mit Blühpflanzen in Balkonkästen, Blumenkübel und Beete einziehen. Auch nicht winterharte Kräuter und Dahlienknollen gedeihen nun im Freien, während Kübelpflanzen, mediterrane, tropische und subtropische Pflanzen ihr Winterquartier endgültig verlassen dürfen.

Zu den Blühpflanzen, die Sie erst nach den Eisheiligen in den Garten umsiedeln sollten, zählen beispielsweise Begonien, Dahlien, Geranien, Gladiolen, Oleander und Petunien. Das Gemüsebeet ist nun für Bohnen, Gurken, Paprika, Tomaten und Zucchini bereit. Im Kräutergarten können Sie nach dem Spätfrost mit der Aussaat von Basilikum, Petersilie und Schnittlauch beginnen.

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Autor Jennifer Nagel

Über den Autor
Jennifer Nagel

Nach einem redaktionellen Praktikum entdeckte Jennifer ihre Liebe zur Sprache und begann ein Studium zum "Werbetexter und Konzeptioner". Seit 2019 arbeitet sie als freie Texterin und Lektorin und verfasst unter anderem interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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