Pflanzenwissen

Kamille oder Gänseblümchen: So erkennen Sie den Unterschied

Gänseblümchen und Kamille sehen sich sehr ähnlich, so dass es schnell zur Verwechselung kommt. Da sie teilweise unterschiedliche Ansprüche stellen und Eigenschaften aufweisen, erklären wir Ihnen, wie Sie die beiden Pflanzenarten voneinander unterscheiden können.

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Blüten von Kamille und Gänseblümchen
Auf den ersten Blick sind kaum Unterschiede zwischen Kamille- und Gänseblümchenblüten erkennbar
Inhaltsverzeichnis

Standort

Entdecken Sie die weiß-gelben Blüten auf Schutthalden, kargen oder lehmigen, eventuell leicht sandigen Böden, handelt es sich meist um Echte Kamille (Matricaria chamomilla). Sie bevorzugt nährstoffarme Standorte. Gänseblümchen (Bellis perennis) wachsen hingegen ausschließlich auf nährstoffreichen Böden. Beide mögen zwar einen sonnigen, warmen Standort, aber Gänseblümchen benötigen feuchterer und lockere Erde, während Kamille eher in trockenen und tiefgründigen Böden gedeiht.

Aussehen

Blüte

Eindeutig lassen sich Gänseblümchen und Kamille voneinander unterscheiden, wenn Sie die Blüte der Länge nach aufschneiden. Bei der Kamille finden Sie innen einen Hohlraum, der bei Gänseblümchen nicht vorhanden ist. Zudem sind die weißen Hüllblätter bei der Kamille überwiegend nach unten zum Boden gerichtet, während sie bei Gänseblümchen höher stehen, die Blüten auffallend in Richtung Sonne zeigen und diese sich bei Bewölkung und Dunkelheit schließen.

Die Blütenstiele sind bei der Kamille teils stark verzweigt und mit mehreren Blütenköpfen versehen. Bei Gänseblümchen wächst pro Stiel nur eine Blüte empor.

Blütezeit

Wenn Sie bereits im März oder noch früher die schönen weiß-gelben Blüten wachsen sehen, können Sie von Gänseblümchen ausgehen. Ihre Blütezeit reicht je nach Witterung von März bis November und manchmal auch über die Wintermonate, wenn die Sonne auf sie scheint.

Für die Kamille beginnt die Blühsaison erst im Mai und sie endet bereits im August oder Anfang September. Dementsprechend besitzt die Kamille auch eine deutlich kürzere Erntezeit als Gänseblümchen.

Blätter

Die Kamille verfügt über zwei- bis dreifach gefiederte und spitz zulaufende Blätter, die eine Länge zwischen drei und acht Zentimeter erreichen. Sie sind wechselständig angeordnet.

Die Blätter von Gänseblümchen sind hingegen oval bis spartelartig, länglich gestreckt geformt. Mit einer maximalen Länge von vier Zentimetern bleiben sie deutlich kleiner als die der Echten Kamille. Sie sind grundständig angeordnet, die Blätter der Kamille wachsen häufig bis nahe an die Blüten heran. Die Stiele der Gänseblümchenblüten sind blattlos.

Wuchs

Echte Kamille erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 50 Zentimeter und Breite bis maximal 40 Zentimeter. Die Gänseblume wird zwischen vier und 15 Zentimeter, manchmal auch bis 20 Zentimeter hoch. Einen locker-buschigen Wuchs zeigt die Kamille, während Gänseblümchen bis etwa 20 Zentimeter in die Breite und sehr blattdicht wachsen, weshalb sie teilweise auch als Bodendecker gepflanzt werden.

Duft

Duftende Kamille- und Gänseblümchenblüten
Die beiden Blumen lassen sich gut an den Blütenstiele und am Duft unterscheiden

Um Echte Kamille von Gänseblümchen anhand des Dufts zu unterscheiden, reicht es oftmals schon, an der Blüte zu riechen. Am intensivsten ist dieser aber, wenn Sie eine Blüte mit den Fingern zerreiben. Echte Kamille besitzt eine leicht fruchtige Note, die Äpfeln ähnelt, aber minimal von herb-würzigen Nuancen begleitet wird. Der Duft von Gänseblümchen erinnert an frische Sommerblumen und ist leicht floral mit einem Hauch Süße.

Winterhärte

Echte Kamille ist eine einjährige Sommerpflanze, die dementsprechend nicht winterhart ist. Eine Ausnahme bilden allerdings ihre Samen, die sich in der Umgebung verteilen, den Winter überleben und im folgenden Frühjahr zu keimen beginnen.

Bei Gänseblümchen handelt es sich um zwei- oder mehrjährige Pflanzen. Zweijährige Züchtungen benötigen gelegentlich besondere Überwinterungsmaßnahmen, während die mehrjährigen Exemplare eine hervorragende Winterhärte aufweisen.

Verwendung

Sowohl Kamille als auch Gänseblümchen zählen zu den Heilpflanzen und finden Verwendung als homöopathische Mittel. Beide Pflanzenarten werden für einige Beschwerden gleichermaßen angewendet. Dazu zählen beispielsweise Erkältungen, Husten, Magen- und Darmprobleme, Entzündungen, Krämpfe und verschiedene Hauterkrankungen.

Unterschiedliche Eigenschaften weisen Gänseblümchen durch zusätzliche blutreinigende, stoffwechsel- und appetitanregende und wassertreibende sowie antioxidative Wirkungen. Unterschiedliche Anwendungsgebiete sind deshalb:

  • Gallen- und Leberfunktionsstörungen
  • Ödembildungen
  • Appetitlosigkeit
  • Verstopfungen
  • Verstauchungen und Quetschungen
  • Verlangsamung des natürlichen Hautalterungsprozesses

Kamille besitzt hauptsächlich eine beruhigende, entzündungshemmende, antibakterielle und krampflösende Wirkung. Deshalb wird Kamille hauptsächlich zur Behandlung bei folgenden Beschwerden den Gänseblümchen vorgezogen:

  • Magen- und Darm-Entzündungen
  • entzündliche Hautprobleme wie Akne
  • Hautreizungen
  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Innere Unruhe

THEMEN:   Blumen Pflanzenwissen Heilpflanzen


Autor Romina Seilnacht

Über den Autor
Romina Seilnacht

Auf mein-gartenexperte.de kann Romina als gelernte Gärtnerin ihre Vorlieben für Garten, Pflanzen und Fotografie vereinen und unseren Lesern mit hilfreichen und interessanten Ratgebern die Gartenarbeit erleichtern.

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