Pflanzenpflege

Scharfer Mauerpfeffer: Standort, Pflege und Vermehrung

Der scharfe Mauerpfeffer ist eine wintergrüne Polsterstaude, die im Sommer goldgelbe Blüten bildet und gerne als Bodendecker gepflanzt wird. Hier erfahren Sie, worauf es bei der Pflanzung, Pflege und Vermehrung des Dickblattgewächses ankommt.

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Blühender Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)
Scharfer Mauerpfeffer ist ein schön blühender Bodendecker © Stefan.lefnaer - Wikimedia | CC BY-SA 4.0
Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften und Verwendung

Der Scharfe Mauerpfeffer (Sedum acre), auch als Scharfe Fetthenne bezeichnet, gehört zu den Polsterstauden, die vorrangig in die Breite anstatt in die Höhe wachsen. Mit einer Wuchshöhe zwischen 5 und 15 Zentimeter erreicht das Dickblattgewächs (Crassulaceae) eine insgesamt überschaubare Größe.

Mittlerweile gehört diese Pflanze zur klassischen Bepflanzung von Steingärten. Darüber hinaus kann der Scharfe Mauerpfeffer jedoch auch als Begrünung von Garagendächern sowie als Rasenersatz von sandigen und dürren Plätzen eingesetzt werden. Hinzu kommt, dass die Fetthenne unterschiedliche Insekten anlockt und somit eine wertvolle Insekten- und Bienenweide verkörpert.

Des Weiteren besitzt der Scharfe Mauerpfeffer eine heilende Wirkung, die sich positiv auf die Behandlung von Wunden, Warzen und Schwellungen auswirkt. Dank seiner leicht scharfen Geschmacksnote findet er auch als Salatgewürz in der Küche Verwendung.

Achtung: Der Scharfe Mauerpfeffer beinhaltet schwach giftige Alkaloide wie Sedamin und Nikotin. Diese Stoffe können bei Überdosierung Hautreizungen hervorrufen. Deshalb sollten Sie ausschließlich Präparate aus der Apotheke verwenden.

Standort und Boden

Die Scharfe Fetthenne ist bestens geeignet, um vollsonnige Beete mit einem nährstoffreichen Boden zu begrünen. Unter Umständen ist auch die Kultivierung an absonnigen Haus- und Dachseiten möglich. Allerdings lässt dabei die Blühfreude etwas nach. An solchen Standorten sollten die Pflanzen dennoch in den Genuss von zwei bis drei Stunden Nachmittagssonne kommen.

Als ideal gilt ein sandiges, mageres und trockenes Substrat mit einer nährstoff- und humusarmen Beschaffenheit. Auch auf kiesigen bzw. kiesig-lehmigen Substraten fühlt sich Scharfer Mauerpfeffer besonders wohl. Der pH-Wert sollte mit einem Wert zwischen 6,5 und 7,5 im neutralen Bereich liegen. Zur Vermeidung von Staunässe erweist sich eine stark durchlässige Bodenbeschaffenheit als vorteilhaft. Selbst kalkhaltige Böden gelten als unproblematisch. Dauerhaft nasse Böden oder Moorböden sind hingegen zu vermeiden.

Pflanzung im Freiland

Scharfen Mauerpfeffer im Garten anpflanzen
Scharfer Mauerpfeffer blüht von Juni bis August und bildet dabei Balgfrüchte, die von Juli bis August reifen

Da der Scharfe Mauerpfeffer dazu neigt, mehr in die Breite als in die Höhe zu wachsen, empfiehlt sich die Einhaltung eines Pflanzabstandes von circa 20 Zentimeter. Die Pflanze kann vom Frühjahr bis in den Herbst dauerhaft ausgebracht werden. Damit das Gewächs besonders eindrucksvoll zur Geltung kommt, wird es bevorzugt als Bodendecker in Gruppen gepflanzt. Dabei empfehlen sich rund neun Pflanzen pro Quadratmeter.

Zur Ausbringung des Scharfen Mauerpfeffers empfiehlt sich die Wahl eines niederschlagsfreien Tages. Sofern das Substrat sehr trocken ausfällt, sollten Sie dieses zunächst leicht für die Bedingungen der Pflanze optimieren. Hierfür kommt sowohl Sukkulentenerde als auch herkömmliche Blumenerde infrage. Um zu gewährleisten, dass das Wasser zuverlässig abfließt, ist der Boden mit einer Kiesdrainage zu versehen. Dies gelingt, indem Sie das Substrat mit einer Handvoll Kies und Sand anreichern. Eine Grunddüngung mit reifem Kompost oder Humus ist stets zu vermeiden. Die einzelnen Exemplare sind einfach auf den Boden zu setzen. Dies erleichtert die Kultivierung auf Dächern und weiteren schwer erreichbaren Stellen.

Unser Experten-Tipp:
Als geeignete Pflanznachbarn kommen weitere Sukkulenten wie Steinbrech, Hauswurz und Kugelhauswurz infrage.

Kultivierung im Topf / Umtopfen

Auf der Terrasse oder auf dem Balkon kann Scharfer Mauerpfeffer durchaus auch im Topf kultiviert werden. Dann ist es allerdings notwendig, die Pflanze rund alle zwei Jahre in ein größeres Gefäß umzutopfen. Führen Sie diese Maßnahme möglichst im Frühjahr durch, wenn das Substrat vollständig trocken ist.

Scharfer Mauerpfeffer gedeiht am besten in einer lehmigen mit etwas Kies aufbereiteten Topferde. Dadurch wird das Substrat lockerer und durchlässiger. Entnehmen Sie nun die Pflanze vorsichtig aus dem Pflanzgefäß und schütteln Sie dann die Erde leicht von den Pflanzenwurzeln ab. Wichtig ist, dass Sie die ausgewählten Pflanzgefäße im Vorfeld mit einer guten Drainage ausstatten. Drücken Sie die Gewächse anschließend sorgfältig an das Substrat und gießen Sie die Pflanze an.

Stellen Sie die Topfpflanze anschließend an einen hellen Ort mit täglich mehreren Stunden Sonneneinstrahlung. Im Frühjahr und Herbst sollte der Standort möglichst regengeschützt ausfallen. Die Umgebungstemperatur sollte zwischen 18 und 28 Grad Celsius betragen. Scharfer Mauerpfeffer im Topf benötigt nur seltene Wassergaben. Dazwischen darf der Boden durchaus auch austrocknen.

Pflege

Richtige Pflege von Scharfem Mauerpfeffer
Da Scharfer Mauerpfeffer auf kargem Boden wächst, eignet er sich hervorragend zur Bepflanzung eines Trockengartens

Scharfer Mauerpfeffer gilt als recht anspruchslos und pflegeleicht. Gerade weil der Bodendecker kaum Aufmerksamkeit benötigt, sollten Sie die anfallenden Pflegemaßnahmen stets mit Bedacht vornehmen.

Gießen

Die Fetthenne benötigt kaum Wassergaben, da der natürliche Niederschlag meist ausreicht. Selbst kürzere Trockenphasen in sehr heißen Sommern übersteht die Pflanze problemlos. Lediglich, wenn Sie den Scharfen Mauerpfeffer in sehr trockenen Stein- oder Mauerpflanzungen kultivieren, sind gelegentlich einzelne Wassergaben notwendig. Dabei genügt es, die Pflanze künstlich mit dem Gießaufsatz oder dem Wasserschlauch zu besprühen.

Düngen

Die Versorgung der Pflanze mit zu vielen Nährstoffen ist unbedingt zu vermeiden, da sich andernfalls weiche und schwache Triebe ausbilden, woraufhin reichlich Blätter und kaum Blüten entstehen. Wenn überhaupt, sollten während der Wachstumsphase lediglich moderate Düngergaben verabreicht werden, die etwa einmal pro Monat in Form eines flüssigen Volldüngers für Sukkulenten erfolgen. Dieser lässt sich über das Gießwasser verabreichen.

Schneiden

Ein regelmäßiger Rückschnitt ist bei dieser Polsterstaude nicht zwingend notwendig. Welke Blüten und Stängel sowie wuchernde Ausläufer sollten allerdings zurückgeschnitten werden. Bei Letzteren ist darauf zu achten, dass der Rückschnitt lediglich am Rand des Pflanzenteppichs erfolgt.

Vermehrung

Die Vermehrung von Scharfem Mauerpfeffer kann insgesamt auf drei Arten erfolgen:

Aussaat

Das Dickblattgewächs bildet während seiner Fruchtreife im Herbst kleine Balgfrüchte aus, sodass sich die Polsterstaude daraufhin über Selbstaussaat vermehrt. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit, die Samenstände für eine kontrollierte Aussaat einfach abzusammeln und das Saatgut im Frühling direkt im Beet auszusäen.

Stecklinge

Im Zeitraum zwischen April und August gelingt die Vermehrung über Stecklinge, indem Sie etwa fünf Zentimeter lange Triebstücke abschneiden und in ein Anzuchtgefäß mit Sukkulentenerde setzen. Alternativ ist auch die Aufbereitung eines Standardsubstrats mit Sand und Torf denkbar.

Halten Sie den Boden anschließend bis zur Bewurzelung feucht. Dies nimmt meist einen Zeitraum von drei bis vier Wochen in Anspruch. Weitere zwei bis drei Wochen später sind die Wurzeln kräftig genug, sodass die Stecklinge in das Freiland umsiedeln können.

Wurzelteilung

Die Vermehrung über Wurzelteilung gilt als die schnellste Variante. Hierfür muss die Pflanze nicht ausgegraben werden. Es reicht aus, lediglich einen Teil des äußeren Pflanzenpolsters abzutrennen und das Wurzelgeflecht behutsam auseinander zu ziehen. Die Teilstücke sind anschließend wie gewohnt einzupflanzen.

Krankheiten und Schädlinge

Scharfer Mauerpfeffer in einer Steinmauer
Sedum acre wird gelegentlich von Schädlingen heimgesucht

Während Krankheiten am Scharfen Mauerpfeffer nur selten auftreten, ist die Polsterstaude bei Schädlingen hingegen durchaus beliebt. Zu den häufigsten Schädlingen gehören:

Schnecken: An feuchten Standorten treten gelegentlich Fraßschäden durch Nacktschnecken auf. Sobald Sie Schnecken entdecken, sollten Sie diese gezielt von den Pflanzen absammeln. Eine breite Spur aus Sägespänen rund um die Pflanze kann die Kriechtiere weitgehend fernhalten.

Wollläuse: Charakteristisch für Wollläuse sind deren wollige Gespinste im Bereich der Blätter und Blattachseln

Schmierläuse: Schmierläuse treten häufig bei einer falschen Überwinterung wie beispielsweise zu warmen Hausstandorten auf.

Wurzelfäule: Selten bei günstigen Standortbedingungen. Lediglich wenn der Boden nicht durchlässig genug ist, lässt sich Wurzelfäule nur schwer vermeiden.

Überwinterung

Da die meisten Sorten des Scharfen Mauerpfeffers problemlos Temperaturen bis zu -20 Grad Celsius überstehen, benötigen die Pflanzen in aller Regel keinen Frostschutz. Lediglich einzelne Sorten sollten frostfrei bei einer Umgebungstemperatur von 10 Grad Celsius überwintern. Der Scharfe Mauerpfeffer benötigt die kühlen Temperaturen, um im nächsten Jahr mit einer beeindruckenden Blütenpracht zu punkten.

Zwischen November und Februar legt die Pflanze eine Ruheperiode ein. In diesem Zeitraum sollten Sie daher die Wassergaben nahezu vollständig einstellen und das Substrat nahezu trocken halten. Ab März, wenn die Temperaturen allmählich wieder zu steigen beginnen, dürfen mit Austriebsbeginn bereits die ersten Düngergaben erfolgen.

THEMEN:   Pflanzenpflege Pflanzenwissen


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

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