Gartentipps

Waschbären im Garten - erkennen und vertreiben

Auf den ersten Blick sind Waschbären niedliche, kleine Gartenbesucher. Doch sie durchwühlen Mülltonnen, graben Beete nach Würmern um und dringen gar in Häuser und Dachböden ein. Wir geben Tipps, wie Sie Waschbären erfolgreich von Ihrem Grundstück fernhalten und die Allesfresser im Ernstfall dauerhaft vertreiben.

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Waschbären vertreiben und erkennen
Der süße Schein trügt: Waschbären sind Allesfresser und können im Haus und Garten erhebliche Schäden anrichten
Inhaltsverzeichnis

Sie gehören zur Familie der Kleinbären und sind mit den Mardern verwandt. Die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Allesfresser suchen zunehmend Gebäude und Gärten in ganz Deutschland auf. Obwohl keine konkreten Daten vorliegen, in welchen Regionen sich Waschbären (Procyon lotor) vorrangig ansiedeln, steigt die Schadenssumme durch die Allesfresser jährlich.

Woran erkennt man Waschbären im Garten?

Da Waschbären nachtaktiv sind, und gerne vor Menschen unsichtbar bleiben, werden Sie diese vermutlich äußerst selten zu Gesicht bekommen. Neben Madern, Katzen und anderen Tieren erweist sich die Spurensicherung von Waschbären ebenfalls häufig als schwierig. Dennoch gibt es einige Indizien, die auf den Aufenthalt eines oder mehrerer Waschbären schließen lassen. Hierzu gehören:

  • umgeworfene Müllbehälter
  • Löcher im Dach
  • umgegrabene Beete
  • Kot in Form von großen, festen Haufen inklusive Obstkerne

Ein häufiges Anzeichen für Waschbärbesuch ist vor allem deren Kot. Dieser ist mit der Größe eines Hundehaufens vergleichbar und weist in der Regel Obstkerne auf. Diese können von Kirsch-, Apfel-, und Pfirsichbäumen stammen.

Unser Experten-Tipp:
Die Hinterlassenschaften von Waschbären stellen sowohl im Haus als auch im Garten ein hohes Gesundheitsrisiko für Mensch und Haustier dar. Daher sollten Sie Waschbärkot stets mit Handschuhen beseitigen sowie diesen bestenfalls verbrennen.

Gelegentlich kommt es auch zu nächtlichen Ruhestörungen durch den ungebetenen Gast, wenn dieser ein charakteristisches Kekkern oder Schnirken von sich gibt. Ist das Tier gestresst, ist auch ein Fiepen nicht ungewöhnlich.

Als Allesfresser hinterlässt der Waschbär keine Essensreste in seinem Unterschlupf. Spüren Sie also ein tierisches Versteck auf, in dem sich Futterreste befinden, ist es eher unwahrscheinlich, dass es sich um das Zuhause eines Waschbären handelt.

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Wie sieht ein Waschbär aus?

Aussehen und Fußabdrücke eines Waschbären
Waschbären erkennt man vor allem an ihrer auffälligen schwarzen Augenbinde und den langen Zehen

Die Körperlänge der Kleinbären (Procyonidae) liegt in der Regel zwischen 41 und 71 Zentimetern. Hinzu kommt der lange, buschige Schwanz mit einer Länge von rund 25 Zentimetern. Waschbären besitzen eine Schulterhöhe zwischen 23 und 30 Zentimetern und kommen - je nach Verbreitungsgebiet und Jahreszeit - auf ein Gewicht zwischen 2 und 13 Kilogramm. Ein charakteristisches Merkmal des Allesfressers ist die schwarz maskierte Gesichtszeichnung, die der des Marderhundes ähnelt.

Wirklich schnell ist der Waschbär vor allem beim Klettern. Auf der Erde zeichnen sich die Tiere hingegen durch eine langsamere Gangart mit einem runden Rücken aus.

Wie sieht der Pfotenabdruck aus?

Gelingt es Ihnen, Pfotenabdrücke sicherzustellen, kann deren charakteristisches Aussehen einen Waschbären mit großer Gewissheit identifizieren. Tatsächlich ähnelt der Pfotenabdruck eines Waschbärs mit seinen fingerartigen Zehen stark einem kleinen Handabdruck mit Krallenpunkten. Die oftmals voneinander gespreizten Zehen sind außerdem mit dem Mittelhandballen verbunden, welcher wiederum an die Gestalt einer Sohle erinnert. Die Vorderpfoten von Waschbären sind handartig geformt, weshalb diese an einen klassischen Handabdruck erinnern.

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Wie sollte man sich bei einer Begegnung verhalten?

Haben Sie bereits den Verdacht, dass ein Waschbären Ihren Garten heimsuchen, lohnt sich ein regelmäßiger abendlicher Kontrollgang im Garten. Auf diese Weise wiegen Sie die Tiere nicht in Sicherheit. Bei einer direkten Begegnung empfiehlt es sich, dem Tier mit einer Taschenlampe direkt in die Augen zu leuchten. Ebenfalls abschreckend wirkt es, wenn Sie Tannenzapfen in Richtung des Waschbärs werfen, ohne diesen direkt zu treffen. Sofern Ihnen das indirekte Bespritzen mit Wasser möglich ist, kann auch diese Methode zur Abschreckung beitragen.

Für gewöhnlich zeigen Waschbären Menschen gegenüber ein friedliches Verhalten. Ein knurren oder kreischen ist hingegen ein sicheres Anzeichen für Aggressivität. Dann ist ausreichend Abstand zum Tier oberstes Gebot.

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Welche Schäden können Waschbären verursachen?

Waschbär im Baum
Nicht nur im Garten, auch im Haus können Waschbären teure Schäden anrichten

Während umgeworfene Müllbehälter und aufgewühlte Beete in erster Linie ein Ärgernis darstellen, kann die Anwesenheit eines Waschbären noch weitaus höhere Schadenssummen mit sich bringen. Vor allem im Alter zwischen 8 und 10 Wochen sind Waschbären besonders aktiv und zeichnen sich durch einen starken Spieltrieb aus. Je nachdem, ob Wachbären im Haus oder Garten ihr Unwesen treiben, unterscheidet sich auch das Ausmaß der Schäden:

Schäden durch Waschbären im Haus

Baumhöhlen und Dachböden gehören zu den beliebtesten Unterschlupfmöglichkeiten von  Waschbären. Ungesicherte Katzenklappen, offene Fenster, Dachrinnen oder angrenzende Äste von Bäumen sind dabei willkommene Helfer für die Eindringlinge.

Gelangt der Waschbär über das Dach auf den Dachboden, bleibt die Stelle häufig vorerst unbemerkt. Denn die Allesfresser sind sehr geschickt darin, einzelne Ziegel anzuheben oder Bleche umzuklappen. Kleine Löcher im Dach können bei Regengüssen schnell zu kostenintensiven Wasserschäden führen. Auch die Dachisolierung sowie die Dämmung werden oftmals komplett zerstört. Selbst Dachbalken und Wände werden häufig angeknabbert.

Ist der Waschbär bereits in das Haus eingedrungen, kann dieser hier massive Verwüstungen vornehmen. Tierfutter sowie Lebensmittelvorräte sind vor Waschbären nicht sicher.

Schäden durch Waschbären im Garten

Als ausgezeichnete Schwimmer und Kletterer stellen Waschbären eine erhebliche Gefahr für Fische und Vögel dar. Bevorzugt werden auch Eier sowie Jungvögel aus Nestern geklaut.

Darüber hinaus lassen Waschbären ordentlich gepflanzte Beete häufig in vollkommener Verwüstung zurück, indem sie diese großflächig umgraben. Gelegentlich benagen die Allesfresser auch Gartenmöbel oder zerbrechen Blumenkübel.

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Wie kann man Waschbären zuverlässig vorbeugen?

Waschbären vorbeugen und bekämpfen
Als Allesfresser sind Waschbären ständig auf der Suche nach Nahrung

Haben es sich Waschbären erst einmal gemütlich gemacht, lassen sich diese nur schwer wieder vertreiben. Somit gilt es als die wirksamste Methode, den Allesfressern die Umgebung so unangenehm wie möglich zu gestalten. Geeignet sind beispielsweise folgende Methoden:

Öffnungen schließen
Es ist wichtig, dass Sie alle potenziellen Schlupflöcher wie Schuppen oder Gartenhäuschen verschließen. Als Katzenklappe sollten Sie ein Modell wählen, das sich individuell für Ihre Katze öffnet.

Nahrungsquellen reduzieren
Fallobst sollte außerdem regelmäßig aufgesammelt werden, denn dieses dient als bequeme Futterquelle. Waschbären schrecken zwar nicht davor zurück, reife Früchte direkt von Bäumen zu pflücken, bevorzugen jedoch Örtlichkeiten, mit einer einfachen Nahrungsbeschaffung.

Von der Entsorgung tierischer Lebensmittel auf dem Komposter ist ebenfalls unbedingt abzuraten, denn Waschbären fühlen sich dadurch angelockt. Spezielle Kompostbehälter stellen eine geeignete Alternative dar. Allerdings sollten Deckel stets fest verschlossen werden. Bestenfalls versehen Sie auch Müllbehälter mit einem Schloss, denn Waschbären sind sehr geschickt darin, aufgelegte Deckel zu demontieren. Alternativ ist auch die Sicherung von Müllbehälter mit Spanngurten möglich. Plastiksäcke lassen sich bequem in verriegelbaren Boxen unterbringen.

Lebensmittel geruchsdicht verpacken
Hochwertige Speisereste wie Fleisch, Fisch, Brot und Milchprodukte sind bei den Allesfressern äußerst beliebt. Damit sich diese nicht vom Geruch angelockt fühlen, ist es ratsam, Lebensmittel in doppelte Plastiktüten zu verpacken.

Nicht füttern
Obwohl Waschbären niedlich aussehen, sollten Sie diese keinesfalls füttern. Haben die Tiere erst einmal Futter erhalten, kehren diese immer wieder zu Ihnen zurück.

Klettermöglichkeiten reduzieren
Sowohl Jungvögel als auch Vogeleier wecken das Interesse von Waschbären. Vogelhäuschen sollten daher in einer Höhe von etwa 3,5 Meter angebracht werden. Um Waschbären am Klettern zu hindern, empfiehlt sich die Anbringung von Metallmanschetten um den Stamm. Auf diese Weise sind Vögel nicht nur vor Waschbären, sondern auch vor Katzen und Hunden sicher.

Auch bei nahe des Hauses gelegenen Bäumen empfiehlt sich ein solcher Kletterschutz, um Waschbären den Zugang zum Dach zu erschweren. Äste, die näher als einen Meter an das Haus grenzen, sollten regelmäßig gestutzt werden. Alle Varianten von Rank- und Kletterpflanzen bieten zusätzlichen Halt, weshalb auf diese entlang der Hauswand möglichst verzichtet werden sollte.

Hausdach regelmäßig prüfen
Das Hausdach sollte regelmäßig auf mögliche Lücken wie zum Beispiel verschobene Ziegel kontrolliert werden.

Strom
Abschreckend wirken auch elektrische Zaunsysteme ähnlich eines Weidezauns, die entlang der Dachrinne gespannt werden. Bereits nach dem ersten Stromschlag bleiben Waschbären dem Gebäude in der Regel fern.

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Waschbären aus dem Garten vertreiben - so geht’s

Waschbären vertreiben
Waschbären haben scharfe Zähne und können vor allem in der Paarungzeit unvermittelt zubeißen

Ist es Ihnen trotz aller Anstrengungen nicht gelungen, Waschbären fernzuhalten, können diese Methoden dabei helfen, sie zu vertreiben und zu bekämpfen:

Beleuchtung
Bewegungsmelder im Garten oder Flackerlicht auf dem Dachboden empfinden Waschbären als äußerst unangenehm, sodass sie sich meist eine andere Bleibe suchen.

Wasser
Das indirekte Bespritzen mit Rasensprengern oder per Gartenschlauch schreckt Waschbären ab.

Lärm
Das Anstellen von leiser Musik kann bereits ausreichen, um Waschbären zu vertreiben, da die Tiere ein sehr feines Gehör besitzen. Auch Ultraschallgeräte mit einem Schalldruck von über 100 Dezibel sowie Frequenzen zwischen 20 und 40 Kilohertz können zur Abschreckung beitragen. Solche Geräte zeichnen sich allerdings durch einen geringen Wirkungskreis aus.

Waschbären mit Hausmitteln vertreiben

Waschbären besitzen einen feinen Geruchssinn. Diesen können Sie sich bereits mit einfachen Hausmittel zunutze machen, um die Allesfresser zuverlässig zu vertreiben. Geeignet sind zum Beispiel:

Mottenkugeln
Mottenkugeln enthalten geruchsintensives Paradichlorbenzol, das bereits durch bloßes Auslegen im Garten seine Wirkung entfaltet.

Lavendelsäckchen
Diese sind am wirksamsten, wenn sie direkt in der Ruhestädte platziert werden. Das darin enthaltene Lavandin empfinden Waschbären als unangenehm.

Toilettenstein
Beim bloßen Auslegen im Garten können Waschbären die darin enthaltenen synthetischen Duftstoffe riechen und bleiben dem Ort fern.

Chili
Damit sich der enthaltene Wirkstoff Capsaicin in vollem Umfang entfalten kann, sollten Sie das Chili zunächst aufkochen und anschließend großzügig versprühen.

THEMEN:   Tiere Schädlinge


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

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