Gartenteich

Schwimmteich anlegen: Tipps zur Planung und Bepflanzung

Klares Wasser, natürliche Optik und rein biologisch: Ein Schwimmteich bereichert den Garten um ein wahres Naturerlebnis. Wir geben sechs Tipps zum Anlegen, Planen und Bepflanzen eines Naturpools.

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Bio-Schwimmteich im Garten
Natürliche Schwimmteiche sind sehr viel pflegeleichter als klassische Pools
Inhaltsverzeichnis

Natürliches Badevergnügen ohne Chemie und Technik

Ein gut angelegter Schwimmteich präsentiert sich als eine natürliche Alternative zum klassischen Swimmingpool. Er vereint die erfrischende Kühle eines Schwimmbeckens mit der Optik eines Gartenteichs und kommt bei einer durchdachten Planung ohne Chemie und Technik aus.

Indem Sie einen Badeteich anlegen, bereichern Sie Ihren Garten um einen See im Mini-Format. Wie auch beim großen Vorbild übernimmt die Natur die Reinigung des Teichwassers. Der Schwimmteich wird zu diesem Zweck in zwei Zonen aufgeteilt: die Schwimmzone und die Regenerationszone. Während die tiefere Schwimmzone dem Bade- und Schwimmvergnügen dient, wird die flachere Regenerationszone bepflanzt.

Wasserpflanzen wie Rohrkolben, Schilf und Seerosen nehmen überschüssige Nährstoffe auf und sorgen so für eine natürliche Reinigung. Mikroorganismen unterstützen die Regeneration des Schwimmteichs, sodass chemische Zusätze überflüssig sind. In der Folge fällt das Wasser im Badeteich weicher aus und brennt nicht in den Augen.

Schwimmteich planen, anlegen und bepflanzen

Skulptur vor einem Naturteich im Garten
Selbst in kleinen Gärten lassen sich naturnahe Schwimmteiche realisieren

Tipp 1: Den richtigen Standort wählen

Die Planung eines Schwimmteichs beginnt mit der Standortwahl. Optimal ist ein schattiger Gartenplatz, an dem nicht zu viele Laubbäume stehen. Ist der Teich vor starker Sonneneinstrahlung geschützt, erwärmt sich das Wasser langsamer und die meisten Wasserpflanzen gedeihen besser. Das Algenwachstum fällt im Vergleich zu einem sonnigen Standort außerdem geringer aus.

Da neben warmem Wasser vor allem ein hoher Nährstoffgehalt zu erhöhtem Algenwachstum führt, sollten möglichst wenige abgestorbene Pflanzenteile wie Laub in den Schwimmteich fallen. Steht kein schattiger oder halbschattiger Gartenplatz zur Verfügung, empfiehlt sich eine Beschattung durch ein Sonnensegel oder eine immergrüne Hecke.

Tipp 2: Auf eine optimale Größe achten

Neben dem Standort spielt die Größe des Badeteichs eine bedeutende Rolle für die Wasserqualität. Für einen funktionierenden Schwimmteich sollten Sie mit einer Fläche von mindestens 50 Quadratmetern rechnen. Natürlich lassen sich auch größere Schwimmteiche mit einer Fläche von 100 Quadratmetern und mehr realisieren.

Da die Reinigung des Wassers in einem Schwimmteich ausschließlich über die Regenerationszone erfolgt, sollte diese rund die Hälfte des Teichs einnehmen. Zudem verfügen größere Wasserflächen über ein stabileres Ökosystem als kleine Fläche. Indem Sie einen großzügigen Badeteich anlegen, reduzieren Sie daher den Pflegeaufwand und genießen in der Regel klareres Wasser.

Unabhängig von der Größe sollte die Schwimmzone mindestens zwei Meter tief sein, damit beim Schwimmen weniger Sediment vom Teichboden aufgewirbelt wird. Die Regenerationszone kann hingegen deutlich flacher ausfallen.

Tipp 3: Schwimmteich Schritt für Schritt anlegen

Stehen Standort und Größe fest, sollten Sie zunächst die gewünschte Teichform abstecken und die Teichgrube mithilfe eines kleinen Baggers ausheben. Ein Ausschachten mit Spaten und Schaufel ist aufgrund der Größe nicht empfehlenswert. Indem Sie bereits beim Erdaushub die verschiedenen Teichzonen berücksichtigen und vorformen, reduziert sich später der Aufwand für das Anlegen des Schwimmteichs.

Nachdem Sie eine entsprechende Grube für den Badeteich ausgehoben und die unterschiedlichen Teichzonen angelegt haben, können Sie mit dem Auslegen der Teichfolie beginnen. Die einzelnen Folienbahnen werden entweder miteinander verklebt oder verschweißt und am Teichrand mithilfe spezieller Randsysteme, Kies, Steinen oder Steinplatten befestigt.

Um Schwimm- und Regenerationszone voneinander abzutrennen, können Sie unter Wasser Trennwände aus Beton, Holz oder Stein anlegen. Die Trennelemente sollten eine optimale Zirkulation des Teichwassers ermöglichen und deshalb unterhalb der Wasseroberfläche liegen. Im Bereich der Regenerationszone füllen Sie anschließend Teicherde ein und gestalten den Boden der Schwimmzone ebenfalls mit Teicherde oder mit Sand. Zum Abschluss füllen Sie Ihren Schwimmteich mit Wasser.

Tipp 4: Schwimmteich bepflanzen

Uferzone eines Schwimmteichs
Die Uferzone des Naturteichs sorgt für die Reinigung des Wassers und kann schön bepflanzt werden

Wie der klassische Gartenteich verfügt auch der Schwimmteich über Ufer-, Sumpf-, Flachwasser- und Tiefwasserzone. Sie können daher alle Wasserpflanzen verwenden, die sich auch für einen fischfreien Teich eignen. Achten Sie dabei auf ein optimales Verhältnis von Nährstoffaufnahme und Nährstoffverbrauch und wählen Sie ausschließlich ungiftige Wasserpflanzen.

Bei der Pflanzenauswahl sollten Sie die unterschiedlichen Teichzonen berücksichtigen. Binsen, Froschlöffel, Rohrkolben, Schilf, Sumpfdotterblume und Sumpfschwertlilien wachsen dicht am Ufer. In der Flachwasserzone fühlen sich hingegen Sumpfvergissmeinnicht, Tannenwedel und Wasserminze wohl. Seekannen, Seerosen und Teichrosen gedeihen in der Tiefwasserzone.

Damit Ihnen die Pflanzen beim Schwimmen nicht in die Quere kommen, empfiehlt es sich, die Schwimmzone möglichst frei von Pflanzen zu halten und die Bepflanzung auf die Regenerationszone zu beschränken.

Tipp 5: Keine Fische einsetzen

Auch wenn es zunächst als reizvolle Idee erscheint: Im Schwimmteich sollten Sie keine Fische einsetzen. Das Futter und die Ausscheidungen der Tiere können in kurzer Zeit zu einer starken Düngung führen und sorgen so für nährstoffreiches Wasser. In der Folge kommt es häufig zur übermäßigen Algenbildung und insbesondere kleine Ökosysteme kippen schneller. Ihren heimischen Badeteich sollten Sie daher ohne Fische gestalten.

Tipp 6: Wasserfläche richtig pflegen

Wer in seinem Naturteich klares Wasser genießen möchte, sollte auf eine möglichst geringe Nährstoffkonzentration achten. Eine regelmäßige Pflege ist daher unverzichtbar: Abgestorbene Pflanzenteile und Laub sollten Sie zeitnah aus Ihrem Badeteich entfernen. So vermeiden Sie, dass verrottende Pflanzenteile für eine ungewollte Düngung sorgen oder dem Wasser beim Verrotten Sauerstoff entziehen.

In der Folge finden wichtige Mikroorganismen einen optimalen Lebensraum, während die Algenbildung minimal ausfällt. Um den Pflegeaufwand vor allem im Herbst zu reduzieren, haben sich Netze als eine praktische Lösung erwiesen. Indem Sie diese über die Wasserfläche spannen, reduzieren Sie die Menge an Laub im Badeteich.

Zusammenfassung: Schwimmteich richtig anlegen

  • halbschattiger Standort ohne Laubbäume
  • mindestens 50 Quadratmeter Grundfläche
  • rund 2 Meter tief
  • halb Bade-, halb Regenerationsbereich
  • Uferzone ausreichend bepflanzen
  • kein Fischbesatz

THEMEN:   Gartengestaltung Gartenteich Pool


Autor Jennifer Nagel

Über den Autor
Jennifer Nagel

Nach einem redaktionellen Praktikum entdeckte Jennifer ihre Liebe zur Sprache und begann ein Studium zum Werbetexter und Konzeptioner. Seit 2019 arbeitet sie als freie Texterin und Lektorin und verfasst unter anderem interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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