Beetpflege

Die 11 häufigsten Fehler im Gemüsebeet

Wenn im Frühling die Natur zum Leben erwacht und alles nach und nach zu blühen beginnt, ist die Vorfreude auf das Gärtnern für gewöhnlich groß. Bereits kleine Fehler können allerdings dazu führen, dass die spätere Ernte nur mäßig ausfällt. Welche Probleme Sie im Gemüsebeet vermeiden sollten, damit Ihre Gartenlust nicht von Gartenfrust getrübt wird.

·
Lesedauer: 6 Minuten · 0 Kommentare

Gemüsebeet mit verschiedenen Gemüsesorten
Wer gängige Fehler beim Gemüseanbau vermeidet, kann sich über eine bessere Ernte freuen
Inhaltsverzeichnis

Zu früh säen

Gemüse wird gerne bereits im Februar im Haus aus Samen vorgezogen. Tomaten gehören hierbei zu den Klassikern. Obwohl dies gut gemeint ist, fällt der Schaden infolge dieser Vorgehensweise meist größer aus als deren Nutzen. Denn wenn Pflanzen zu lange im Haus überdauern müssen, verlieren diese wertvolle Kraft, die ihnen später im Freiland fehlt. Eine mögliche Folge sind zierliche Pflanzen sowie eine geringe Ernte.

Mehr zum Thema: Gemüse, Kräuter und Blumen vorziehen

Nur einmal säen

Ist die Vorfreude groß, wird gerne direkt das gesamte Saatgut im Freiland ausgebracht. Steht keine freie Fläche mehr zur Verfügung bzw. findet nach der ersten Ernte keine erneute Aussaat statt, steht bereits nach kurzer Zeit kein frisches Gemüse mehr zur Verfügung.

Somit ist es ratsam, die Aussaaten nach und nach zu staffeln. Bei Salat ist es beispielsweise sinnvoll, diesen im Abstand von jeweils vier Wochen nachzusäen.

Unser Experten-Tipp:
Ein spezieller Aussaatkalender kann dabei helfen, den Überblick nicht zu verlieren. Zudem gelingt es Ihnen leichter, das perfekte Zeitfenster zu finden, wann was gepflanzt werden kann. Zudem finden Sie eine monatliche Übersicht mit allen Gemüsepflanzen für drinnen und draußen.

Zu wenig Abstand zwischen den Pflanzen

Salatköpfe im Gemüsebeet
Bereits vor dem Säen sollte man einen gewissen Abstand zwischen den Pflanzen einplanen

Obwohl Jungpflanzen anfangs noch zierlich wirken, erreichen diese mit der Zeit eine beachtliche Größe. Da ein zu geringer Abstand zwischen einzelnen Pflanzen deren Wachstum häufig negativ beeinflusst sowie deren späteren Ertrag mindert, ist es wichtig, den jeweiligen Platzbedarf genau zu kennen. Die empfohlenen Pflanzabstände fallen je nach Gemüsesorte unterschiedlich aus, sodass es sich lohnt, diese vorab konkret zu recherchieren.

Lediglich Blattgemüse wie Salat, Mangold oder Spinat stellen eine Ausnahme dar. Hier ist es erlaubt, diese dichter auszusäen als empfohlen. Denn diese Sorten wachsen zu großen grünen Teppichen heran, wodurch eine ergiebige Ernte zu erwarten ist.

Falsch düngen

Ein häufiger Fehler im Gemüsebeet ist ein ungeeignetes Düngemittel bzw. der falsche Zeitpunkt. So sollte beispielsweise bei Tomaten erst dann die Zugabe von Stickstoff erfolgen, wenn diese bereits Früchte ausbilden. Grundsätzlich gilt aber für alle Pflanzen, dass sich zu viele Nährstoffe zum falschen Zeitpunkt negativ auf deren Wachstum auswirken.

Richtig eingesetzt kann Düngemittel Ihren Pflanzen jedoch einen wahren Energieschub versetzen. Für Tomaten empfiehlt sich beispielsweise eine Kombination aus einem schnell verfügbarem und einem langsam fließenden Düngemittel. Während Rizinusschrot zu den schnell verfügbaren Düngern gehört, zählen Hornspäne zu den langsameren Varianten. Da sich jede Gemüseart durch ihre individuellen Bedürfnisse und Vorlieben auszeichnet, sollten Sie sich auch hier bereits im Vorfeld informieren.

Unser Experten-Tipp:
Verwenden Sie Düngemittel in trockenen Perioden stets sparsam. Andernfalls kann es passieren, dass die Pflanze eine größere Menge verdunstet als sie tatsächlich verkraften kann.

Vergessene Ernte

Was im ersten Moment nahezu unvorstellbar klingt, kommt im Alltag tatsächlich gar nicht allzu selten vor. Denn es erweist sich als gar nicht so einfach, den richtigen Erntezeitpunkt ausfindig zu machen.

Bei den meisten Gemüsesorten ist es ratsam, diese noch recht jung zu ernten. Denn dann sind diese besonders schmackhaft. Ist der optimale Erntezeitpunkt beim Salat bereits überschritten, entwickelt dieser eine bittere Geschmacksnote. Bohnen werden mit der Zeit hingegen zäh und holzig. Bei Knoblauch, Zwiebeln und Kürbis ist der ideale Erntezeitpunkt ausschlaggebend für deren spätere Haltbarkeit.

Falscher Standort

Gemüsebeete im Garten
Der richtige Standort ist wichtig, damit die Gemüsesorten mit allen wichtigen Nährstoffen vorsorgt werden

Wählen Sie den Standort für Ihre Pflanzen mit Bedacht. Denn steht dieser erst einmal fest, lässt sich daran nicht mehr ohne Weiteres etwas verändern. Von besonderer Bedeutung ist vor allem die Dauer der täglichen Sonneneinstrahlung. Obwohl einige Gemüsesorten wie Rote Beete und Zucchini auch im Halbschatten gedeihen, benötigt jede Pflanze mehrere Stunden Sonnenlicht täglich. Zudem verleiht ausreichend Sonnenlicht den Pflanzen ihren aromatischen Geschmack.

Achtung: Für Salat ist ausreichend Sonnenlicht besonders wichtig, da dieser andernfalls gesundheitsschädliche Nitrate einlagert.

Neben ausreichend Sonnenlicht sollten Sie bei der Standortwahl folgende Faktoren berücksichtigen:

  • Beete in der Nähe des Hauses anlegen
  • Ebene Lage oder leichte Hanglage in südlicher Richtung
  • Windgeschützter Standort
  • Ausreichende Wasserversorgung in unmittelbarer Nähe zum Beet
  • Gute Bodenbeschaffenheit

Optimaler Boden für Gemüse

Legen Sie ein Beet neu an, erfüllt der Boden meist nicht alle erforderlichen Voraussetzungen, um Gemüse anzupflanzen. Um die Bodenqualität zu verbessern, empfiehlt es sich, im Frühjahr reifen Kompost in die Erde einzuarbeiten. Dadurch wird die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens erhöht.

Zudem sollte der Boden feucht sein, damit auch zarte Sämlinge den Weg an die Oberfläche finden. Möchten Sie für Ihre Pflanzen bestmögliche Bedingungen schaffen, kann mit einer Bodenanalyse im Labor die genaue Bodenart bestimmt werden. Diese können Sie dann gezielt verbessern und bearbeiten.

Zu breite Beete

Gerne werden Beete liebevoll angelegt, sodass diese eine ansehnliche Breite erreichen. Gelingt es jedoch nicht mehr, ausgehend von den langen Seiten in die Mitte der Beetfläche zu greifen, erschwert dies das Gärtnern enorm. Somit werden die anfallenden Arbeiten wie das Jäten von Unkraut, das Pflanzen sowie das Ernten zu einer wahren Herausforderung.

Die Länge des Beetes spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle. Die Mitte sollte lediglich von beiden Seiten aus bequem erreichbar sein. Daher sollten Beete nicht breiter als maximal 130 cm ausfallen.

Beete nicht einfassen

Gemüse im Hochbeet
Einzelne Beete sollten klar voneinander getrennt werden

Grenzen Sie Ihre Beete nicht eindeutig voneinander ab, kann es leicht passieren, dass benachbarte Pflanzen, Unkraut oder angrenzender Rasen hineinwachsen und mit dem Gemüse konkurrieren. Die Schädlingsbekämpfung gelingt in diesem Fall nur schwer. Außerdem kann es passieren, dass mit dem ersten Regenschauer reichlich Erde aus dem Beet geschwemmt wird.

Die Einfassung von Beeten kann beliebig nach Geschmack und Budget erfolgen. Unabhängig davon, ob Sie Betonsteine, Holzbretter oder einen Weidezaun bevorzugen, die Begrenzung sollte in jedem Fall etwa 20 cm Tiefe betragen.

Zu viele Gemüsesorten

Sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene mit wenig Zeit kann ein Gemüsegarten mit vielen verschiedenen Gemüsesorten schnell eine Belastung darstellen. Tatsächlich wird der tägliche Arbeitsaufwand in Verbindung mit einem Garten oftmals unterschätzt. Für den Anfang empfiehlt es sich, nicht die gesamte Fläche zu nutzen und mit acht bis maximal zehn verschiedenen Gemüsesorten zu starten. Mit der Zeit lässt sich die Anzahl dann stetig steigern.

Zu den beliebtesten Gemüsesorten für Anfänger gehören:

  • Radieschen
  • Salat
  • Spinat
  • Kohlrabi
  • Busch-Bohnen
  • Kürbis
  • Zucchini
  • Erbsen
  • Topinambur
  • Zwiebeln
Unser Experten-Tipp:
Für Anfänger empfiehlt sich eine Gartenfläche zwischen 100 bis 200 m². Dies deckt den Bedarf von etwa vier Personen. Die übrige Fläche kann mit Gründüngung versehen werden.

Ungünstige Pflanznachbarn

Gemüse und Blumen im Beet
Ringelblumen können Kartoffeln und andere Gemüsesorten im Beet vor Nematoden schützen

Die Nachbarpflanzen sollten ebenfalls gut überlegt werden, da sich nicht alle Gemüsesorten gut miteinander vertragen. So ist beispielsweise eine Kombination aus Tomaten und Erbsen ungeeignet, da sich diese gegenseitig im Wachstum hemmen. Allerdings gibt es Beetnachbarn, die sich wiederum unterstützen und gemeinsam Schädlinge fernhalten. Dazu gehören auch viele Blumenarten, die im Gemüsebeet als Pflanznachbarn wertvolle Dienste leisten.

Grundsätzlich sollten bei der Auswahl der Gemüsesorten auf die verschiedenen Nährstoffbedürfnisse (Schwachzehrer neben Starkzehrer), die Länge der Wurzeln (Flachwurzler neben Tiefwurzler) sowie die Pflanzenhöhe (bspw. wegen Schattenwurf) geachtet werden.

Zu wenig gießen

Gemüse ist generell sehr durstig und benötigt vor allem beim Auspflanzen und im Zeitraum des Fruchtansatzes reichlich Wasser. Allerdings sollten Sie ein tägliches oberflächliches Bewässern vermeiden, da hier lediglich die Oberfläche angefeuchtet wird und das Wasser nicht zu den Wurzeln vordringen kann. Somit ist es meist ausreichend, wenn Sie Ihr Gemüse nur alle zwei bis drei Tage, dafür aber gründlich wässern.

Allerdings gibt es auch Gemüsesorten, die vergleichsweise mehr Wasser benötigen als andere. Eine durchgehend solide Wasserversorgung ist unabdingbar, um die Gesunderhaltung der Pflanzen sicherzustellen.

Achtung: Gießen Sie Ihre Pflanzen direkt am Boden über den Wurzeln. Nasse Blätter sind zu vermeiden, da diese das Risiko für Sonnenbrand und die Anfälligkeit für Pilze fördern.

THEMEN:   Beet Gemüse Pflanzenwissen


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

Gefällt Ihnen dieser Beitrag?

 
5.0 / 5 Sternen | 9 Bewertungen
Kommentare (0)

Noch keine Kommentare vorhanden. Seien Sie der Erste!