Gemüseanbau

Gurken anpflanzen, pflegen und ernten

Ob frisch im Salat, gedünstet als Gemüse oder Dip für zwischendurch - Gurken lassen sich vielseitig zubereiten. Nicht umsonst gehören sie zu den beliebtesten Gemüsesorten überhaupt. Wir geben wertvolle Tipps zum richtigen Standort, der Pflege, Ernte und Lagerung sowie gegen Schädlinge und Krankheiten dieser Kürbisgewächse.

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Junge Gurke an einer Ranke
Die Gurke wird auch als Kukumer oder Gartengurke bezeichnet und gehört zu den Kürbisgewächsen
Inhaltsverzeichnis

Gurkensorten

Damit sich Gurken (Cucumis sativus) in Ihrem Garten wohlfühlen, ist es unbedingt erforderlich, dass diese mit den jeweiligen Standortbedingungen gut zurechtkommen. Während klassische Salatgurken überwiegend in Gewächshäusern anzutreffen sind, sind mittlerweile auch spezielle Züchtungen für das Freiland erhältlich. Hierzu gehören beispielsweise Sorten wie die „Selma Cuca“ oder „Burpless Tasty Green“. Einlegegurken kommen hauptsächlich im Freiland vor und wachsen im Gegensatz zu Salatgurken ohne Rankhilfe direkt am Boden.

Nach der Bestäubung durch Insekten bilden Gurken sowohl männliche als auch weibliche Blüten, damit die Früchte wachsen. Moderne Züchtungen benötigen keine Bestäubung mehr, da die Pflanze hier ausschließlich weibliche Blüten ausbildet. Zu den bekanntesten Sorten zählen zum Beispiel „Bella“, „Dominica“ und „Futura“.

Im Fachhandel finden sich zudem mit Kürbis veredelte Jungpflanzen, welche besonders robust ausfallen. Suchen Sie gezielt nach robusten Gurken, sind auch alte Sorten eine gute Wahl. Denn diese haben sich über die Jahre bestens an die klimatischen Bedingungen der Region angepasst.

Standort und Boden

Gurken können sowohl auf dem Balkon, im Gewächshaus und im Freiland kultiviert werden. Als ideal gilt ein warmer windgeschützter Standort mit viel Sonnenlicht. Da das Gemüse sehr empfindlich gegenüber Frost reagiert, sollten Gurken erst ab einer konstanten Temperatur von rund 15 Grad Celsius nach draußen gepflanzt werden.

Das Substrat sollte nährstoffreich und wasserdurchlässig ausfallen. Je mehr Humus sich im Boden befindet, desto günstigere Wachstumsbedingungen liegen vor. Schwere und nasse Böden sowie Böden mit einem geringen Humusgehalt sind hingegen ungeeignet.

Bei der Standortwahl sollten Sie unbedingt berücksichtigen, dass Gurken lediglich im Abstand von vier Jahren an dieselbe Stelle gepflanzt werden dürfen. Als geeignete Vorfrüchte kommen Getreide, Hülsenfrüchte und Sellerie infrage.

Unser Experten-Tipp:
Möchten Sie die Anbaufläche ideal nutzen, können Sie Erbsen, Bohnen, Salat oder Dill problemlos zwischen Gurken pflanzen. Unverträglich sind hingegen Radieschen, Tomaten sowie Kohlgemüse.

Aussaat und Pflanzung

Blüte einer Gurkenpflanze
Einige gezüchtete Gurkensorten bilden nur weibliche Blüten aus, die nicht bestäubt werden müssen

Robuste Einlegegurken und kleinfruchtige Freilandsorten können ab Ende April bzw. Anfang Mai direkt im Freiland ausgesät werden. Vorab sollten Sie allerdings ein Rankgerüst errichten, an welchem die Gurken emporklettern können. Es empfiehlt sich, drei Samenkörner in das Pflanzloch zu geben.

Gurken im Gewächshaus ziehen

Im beheizten Gewächshaus lassen sich Salatgurken Setzlinge ab Anfang April im Grundbeet auspflanzen. Besitzen Sie ein Gewächshaus ohne Heizung, sollten Sie hiermit besser bis Ende April abwarten. Achten Sie darauf, die Setzlinge tief zu pflanzen und danach leicht mit Erde anzuhäufen. Somit wird die Bildung zusätzlicher Seitenwurzeln gefördert. Bei veredelten Gurken sollte die Veredelungsstelle unbedingt über der Erde liegen. Der ideale Pflanzabstand im Gewächshaus beträgt ca. 130 bis 170 Zentimeter zwischen den Reihen und 40 Zentimeter innerhalb einer Reihe.

Die besten Gewächshäuser im Vergleich »

Gurken als Vorkultur aufziehen

Damit die Jungpflanzen mit einer überschaubaren Größe im Freiland ausgepflanzt werden können, sollten diese erst ca. drei Wochen vor der Pflanzung vorkultiviert werden. Ab Mitte April ist die Fensterbank oder das Frühbeet der ideale Ort dafür. Dabei gehen Sie wie folgt vor:

  1. Geben Sie Anzuchterde in das vorgesehene Pflanzgefäß
  2. Pflanzen Sie je Topf zwei Samen in rund 2 Zentimeter Tiefe
  3. Stellen Sie den Topf an eine helle, warme Umgebung bei etwa 20 Grad Celsius
  4. Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht

Die Keimdauer beträgt rund zwei Wochen. Nach dem Keimen empfiehlt es sich, die Pflanzen etwas kühler zu stellen. Sobald erkennbar ist, welche der beiden Pflanzen die kräftigere ist, sollte lediglich diese weiterwachsen.

Nach den Eisheiligen Mitte Mai ist es an der Zeit, die Vorkulturen im Beet auszupflanzen. Da das Wurzelwerk von Gurken besonders empfindlich ist, empfehlen sich Pflanzgefäße, die sich biologisch abbauen. Setzen Sie die Pflanze so tief, dass die Keimblätter mit Erde bedeckt sind. Auch hier sollte der Standort hell und windgeschützt ausfallen.

Im Freiland sollte der Abstand zwischen den Reihen etwa ein Meter betragen, innerhalb der Reihen sind hingegen 30 Zentimeter ausreichend.

Gurkenpflege

Reife Salatgurken an einer Ranke
Je nach Gurkenart ist die Oberfläche entweder glatt oder warzig

Haben Sie Ihre Gurken erfolgreich gepflanzt, können die richtigen Pflegemaßnahmen den späteren Ertrag steigern. Dabei sollten Sie folgende Aspekte beachten:

Gießen

Gurken benötigen reichlich Wasser, um gedeihen zu können. Staunässe ist dabei unbedingt zu vermeiden, da diese der Pflanze erheblichen Schaden zuführen kann. Mit der Anbringung einer Mulchschicht rund um die Pflanze lässt sich der Austrocknung des Bodens zusätzlich vorbeugen. Der Boden sollte durchweg feucht sein, da es Gurken aufgrund ihres flachen Wurzelwerks nicht gelingt, Feuchtigkeit aus der Tiefe zu entnehmen. Besonders im Zeitraum der Fruchtbildung zwischen Ende Juni und Mitte August sollten Sie eine ausreichende Wasserversorgung sicherstellen.

Unser Experten-Tipp:
Verwenden Sie beim Gießen lauwarmes anstatt kaltes Wasser, da das Wachstum dadurch zusätzlich angekurbelt wird. In einer Regentonne oder einem Tank gesammeltes Regenwasser ist bestens geeignet.

Düngen

Um ein gesundes Pflanzenwachstum zu gewährleisten, empfiehlt es sich, den Boden bereits vor dem Pflanzen mit frischem Stallmist oder Kompost anzureichern. Des Weiteren ist die regelmäßige Behandlung mit organischem Düngemittel wärmstens zu empfehlen. Dieses ist sowohl im Fachhandel erhältlich, kann bei Bedarf jedoch auch selbst hergestellt werden.

Während der Haupterntezeit empfiehlt sich zudem die Gabe von Hornmehl oder organischem Flüssigdünger wie beispielsweise Beinwell-Jauche. Da Gurken gegenüber Salzen extrem empfindlich reagieren, sollten Sie auf den Einsatz mineralischer Düngemittel verzichten.

Unser Experten-Tipp:
Planen Sie die Aussaat von Gurken langfristig, ist es hilfreich, bereits im Herbst des Vorjahres frischen Stallmist in den vorgesehenen Boden einzuarbeiten und diesen tiefgründig aufzulockern.

Schneiden

Da vor allem Schlangengurken durchaus eine Reichweite von vier Metern erzielen können, kann es sich als sinnvoll erweisen, diese gelegentlich etwas zurückzuschneiden. Dabei entfernen Sie alle unteren Früchte bis 50 Zentimeter über dem Boden. Um das weitere Wachstum zu fördern, sollten Sie zudem den Haupttrieb ab einer gewissen Länge stutzen.

Ernte und Lagerung

Salatgurke mit einem Messer ernten
Bei Gurken ist der richtige Erntezeitpunkt wichtig

Der Erntezeitraum erstreckt sich meist ab Juli über mehrere Wochen hinweg. Pflanzen, die im Gewächshaus kultiviert werden, sind oftmals bereits ab Juni erntereif. Je nach Sorte benötigen Gurken zwischen vier und neun Wochen zum Reifen. Um die Pflanze nicht zu verletzen, empfiehlt es sich, die Früchte vorsichtig mit einem scharfen Messer abzutrennen.

Zu lange sollten Sie diese allerdings nicht reifen lassen, da die Kürbisgewächse sonst Bitterstoffe entwickeln. Überreife Gurken sind an leichten Farbaufhellungen zu erkennen. Ist die Schale glatt und vollständig durchgefärbt, ist der Zeitpunkt für die Ernte ideal.

Unser Experten-Tipp:
Mit der regelmäßigen Ernte reifer Früchte wird die Folgeblüte gefördert, sodass ein höherer Ertrag zu erwarten ist. Gurken lassen sich unmittelbar nach der Ernte problemlos für ein bis zwei Wochen im Kühlschrank aufbewahren, ohne an Geschmack oder Qualität zu verlieren.

Krankheiten und Schädlinge

Gurken zeigen sich besonders anfällig für Pilzerkrankungen wie dem Echten oder dem Falschen Mehltau. Letzterer ist vor allem an gelben abgegrenzten Flecken auf der Blattoberseite zu erkennen, die sich mit der Zeit braun färben, bevor sie schließlich abfallen. Der Echte Mehltau kommt hingegen meist im Gewächshaus nach einer Trockenperiode vor. Dieser ist an einem weißen Pilzrasen auf der Blattoberfläche zu erkennen. Bleibt eine Behandlung aus, sterben die Blätter schließlich ab.

Um das Risiko für einen solchen Befall als möglichst gering zu gestalten, empfiehlt es sich, bereits beim Kauf resistente Sorten auszuwählen. Ist eine Pflanze betroffen, sind die Blätter direkt in der Mülltonne zu entsorgen, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. Zudem kann ein Sud aus Ackerschachtelhalmen vor einem Befall schützen. Allerdings kann es passieren, dass die Gurkenpflanze dennoch eingeht. Setzen Sie die einzelnen Gewächse daher keinesfalls zu dicht, um weitere Pflanzen vor einem Befall zu schützen.

Achtung: Jungpflanzen sind vor allem bei Schnecken sehr beliebt, weshalb Sie diese besonders schützen sollten. Des Weiteren stellen die Gemeine Spinnmilbe und die Blattlaus eine Gefahr für Gurkenpflanzen dar.

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Häufig gestellte Fragen

Wo wachsen Gurken?
Woher kommen Gurken?
Wie oft sollte man Gurken gießen?
Wie viele Gurken liefert eine Pflanze?

THEMEN:   Beet Gemüse Pflanzenpflege Pflanzenwissen


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

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