Pflanzenkrankheiten

Pfirsichbaum: Kräuselkrankheit vorbeugen, erkennen und bekämpfen

Wer im Garten einen Pfirsichbaum kultiviert, freut sich oftmals schon ab der Blüte auf die Ernte der aromatischen Früchte. Wird das Gehölz jedoch von der Kräuselkrankheit befallen, zeigt sich die Pflanzen geschwächt und trägt kaum Pfirsiche. Wir geben Tipps zur Erkennung, Bekämpfung und Vorbeugung der Pilzerkrankung.

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Kräuselkrankheit an einem Pfirsichbaum
Gekräuselte Blätter mit blasenartigen Verformungen deuten an Pfirsichbäumen auf die Kräuselkrankheit hin © Tanasa009 - Wikimedia | CC BY-SA 4.0
Inhaltsverzeichnis

Entstehung der Kräuselkrankheit

Die Kräuselkrankheit zählt zu den häufigsten Erkrankungen an Pfirsichbäumen, befällt aber auch Aprikosen- und Nektarinenbäume. In seltenen Fällen können auch Mandelbäume betroffen sein. Verantwortlich für das Schadbild ist der Pilz Taphrina deformans, für den die gemäßigten Breiten im Frühling optimale Bedingungen bereithalten.

Um sich ausbreiten zu können, benötigt der Schadpilz eine hohe Feuchtigkeit und Temperaturen zwischen 10 und 16 Grad Celsius. Die Pilzsporen werden durch Wind über weite Strecken verteilt. Regentropfen können ebenfalls zu einer Verteilung der Sporen beitragen. Sind die Knospenschuppen leicht geöffnet, kann sich Taphrina deformans bei einer feuchten Witterung besonders schnell einnisten.

Die Blätter werden in der Regel schon vor dem Austrieb infiziert, wobei die Erkrankung erst spät sichtbar wird. Während des sogenannten Knospenschwellens, also kurz vor der Blütezeit, sind Obstgehölze besonders gefährdet. Klettern die Temperaturen hingegen dauerhaft über 16 Grad Celsius, besteht kaum noch Gefahr für eine Neuansteckung.

Landen die Sporen auf einem geeigneten Wirt, überwintern sie in Rindenritzen, Knospenschuppen und auf den Trieben der Pflanze. Zum Leidwesen vieler Gartenbesitzer und Obstbauer wirken sich selbst strenge Winter kaum auf den Erreger aus, sodass infizierte Gehölze meist ab April das typische Schadbild entwickeln. Bevor die betroffenen Blätter an erkrankten Pflanzen abfallen, bilden sich neue Pilzsporen, die entweder auf demselben Wirt überwintern oder sich erneut durch Wind und Regen ausbreiten.

Kräuselkrankheit erkennen

Pfirsichblüte und Kräuselkrankheit am Pfirsichbaum
Liegt ein Befall vor, zeigt er sich meist schon zur Pfirsichblüte © Duarte Frade - Wikimedia | CC BY 4.0

Stehen Pfirsichbäume in voller Blüte, bilden sie im Garten einen schönen Anblick und schüren bereits die Vorfreude auf leckere Früchte aus eigener Ernte. Wenn die ersten Blätter neu austreiben, scheint oftmals alles in bester Ordnung zu sein und die Pflanzen wirken gesund und kräftig.

Ist das Gehölz von der Kräuselkrankheit betroffen, lässt sich die Erkrankung meist erst ab April feststellen. Infizierte Blätter beginnen sich zu verformen und es treten blasenartige, rote oder weiß-gelbliche Verfärbungen auf. Im Verlauf der Erkrankung rollen sich die Laubblätter zusammen, vertrocknen und fallen schließlich ab.

Pfirsichbäume werden stark geschwächt

Erkrankte Gehölze bleiben zwar nicht dauerhaft kahl, werden durch die Kräuselkrankheit jedoch stark geschwächt. In der Regel erfolgt im Juni ein erneuter Austrieb. Liegen die Temperaturen dauerhaft über 16 Grad Celsius, ist eine erneute Infektion im selben Jahr unwahrscheinlich. Sinken die Temperaturen zwischenzeitlich unter 10 Grad Celsius, sollten Sie Ihren Pfirsichbaum jedoch im Auge behalten und auf Anzeichen für eine erneute Infektion achten.

Trotz des erneuten Austriebs im Juni, entwickeln die erkrankten Bäume im aktuellen sowie im folgenden Jahr weniger Früchte, da durch die Pilzerkrankung weniger Blütenknospen angesetzt werden. Leidet das Gehölz unter einem besonders starken Befall, können infizierte Triebe vollkommen absterben oder es lässt sich der sogenannte Gummifluss beobachten. Bei diesem sondern die Bäume eine zähe Flüssigkeit ab, die durchsichtig bis bernsteinfarben ausfällt. Im nächsten Winter zeigen sich erkrankte Pfirsichbäume frostanfälliger und sollten einen verstärken Frostschutz erhalten.

Kräuselkrankheit vorbeugen

Reifer Pfirsich im Garten
Es gibt Pfirsichsorten, die recht widerstandsfähig gegen die Kräuselkrankheit sind

Um die Kräuselkrankheit von den eigenen Pfirsichbäumen fernzuhalten, empfehlen sich vorbeugende Maßnahmen. Zu den wichtigsten zählt die Auswahl widerstandsfähiger Sorten, für die Sie sich bereits im Gartencenter oder der Baumschule entscheiden sollten. Grundsätzlich gilt, dass gelbfleischige Sorten besonders anfällig für den Schadpilz sind. Pfirsiche mit rotem und weißem Fruchtfleisch zeigen sich hingegen robuster, werden seltener infiziert und verkraften eine Erkrankung besser.

Darüber hinaus spielt der Standort eine maßgebliche Rolle für die allgemeine Gesundheit des Pfirsichbaums. Ein warmer, vollsonniger und windgeschützter Gartenplatz ist optimal. Idealerweise sollte stets ein sanftes Lüftchen durch die Baumkrone streifen, damit feuchte Blätter und Blattachsen schneller abtrocknen und sich Pilze schwerer einnisten können. Um eine gute Durchlüftung zu ermöglichen, empfiehlt sich zudem ein regelmäßiger Rückschnitt von Ästen, die ins Kroneninnere hineinwachsen.

Regelmäßige Düngung

Um die Widerstandsfähigkeit von Gehölzen zu stärken, bietet sich eine regelmäßige Düngung an. Ein mineralischer oder organischer Langzeitdünger präsentiert sich in der Regel als die beste Wahl. Sie können Ihre Pflanzen aber auch mit Ackerschachtelhalmtee besprühen und auf diese Weise ebenfalls zu einer Stärkung beitragen.

Neben der Pflanzung im Garten besteht die Möglichkeit, den Pfirsichbaum im Kübel zu kultivieren. Da sich dieser bei Temperaturen unter 16 Grad Celsius unter einen Dachvorsprung oder eine Laube verschieben lässt, erhält das Gehölz einen vor Regen geschützten Standort. Da die Feuchtigkeit nicht auf die Blätter gelangt, haben Kübelpflanzen eine gute Chance, nie von der Kräuselkrankheit befallen zu werden. Steigen die Temperaturen über 16 Grad Celsius, darf das Obstgehölz wieder an den eigentlichen Standort umziehen.

Kräuselkrankheit bekämpfen

Befallene Pfirsichblätter von der Kräuselkrankheit Taphrina deformans (Taphrinaceae)
Um den Befall einzugrenzen, sollten alle befallenen Pflanzenteile abgeschnitten werden © B. Schoenmakers (waarneming.nl) - Wikimedia | CC BY 3.0

Wenn sich an einem Pfirsichbaum die ersten Symptome der Kräuselkrankheit zeigen, lässt sich die Erkrankung meistens nicht mehr vollkommen verhindern. Sie können jedoch versuchen, die Ausbreitung zu begrenzen, indem Sie zeitnahe alle erkranken Blätter und Triebe sowie bereits herabgefallene Blätter entfernen.

Infizierte Pflanzenmaterialien sollten hierbei über den Hausmüll entsorgt werden. Landen Sie auf dem Kompost oder in der Biotonne, begünstigen sie eine weitere Ausbreitung. Neben dem Rückschnitt des Gehölzes können Sie zusätzlich auf Pflanzenschutzmittel, Pflanzenstärkungsmittel und Pflanzenextrakte zurückgreifen.

Chemische Pflanzenschutzmittel

Bei einem sehr starken Befall mit Taphrina deformans denken viele Gartenbesitzer an den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel. Gegen die Kräuselkrankheit ist dabei lediglich ein einziges Mittel zugelassen, das unter dem Namen Duaxo Universal Pilz-frei angeboten wird. Es dient als ein Breitbandfungizid, das neben der Kräuselkrankheit auch unterschiedlichste Pilzerkrankungen an Rosen, Kräutern, Zierpflanzen, Ziergehölzen und Obst- sowie Gemüsekulturen bekämpft.

Das Mittel stoppt zum einen die Ausbreitung des Pilzes und schützt zum anderen vor einer Neuinfektion. Sie sollten das chemische Pflanzenschutzmittel jedoch nur einsetzen, wenn der Rückschnitt der betroffenen Pflanze und biologische Mittel keine Wirkungen zeigen. Denn Duaxo wird zwar als nicht bienengefährlich eingestuft, kann die Vielfalt an Insekten und Nützlingen in Ihrem Garten aber dennoch negativ beeinflussen.

Biologische Pflanzenstärkungsmittel und Pflanzenextrakte

Wer großen Wert auf einen insektenfreundlichen Garten legt und eine Vielfalt an Nützlingen anlocken möchte, kann auf biologische Pflanzenstärkungsmittel sowie selbst angesetzte Pflanzenextrakte zurückgreifen. Im Handel lassen sich fertige Pflanzenschutzmittel erwerben, die bereits gebrauchsfertig sind. Für Pflanzenextrakte empfehlen sich vor allem Ackerschachtelhalm und Knoblauch.

Sobald die Temperaturen über 10 Grad Celsius liegen, empfiehlt sich eine wöchentliche Behandlung von Pfirsich-, Aprikosen- und Nektarinenbäumen. Mit einer regelmäßigen Anwendung reduzieren Sie das Infektionsrisiko, begrenzen die Ausbreitung der Pilzsporen und erleichtern erkrankten Gehölzen die Regeneration.

THEMEN:   Bäume Obst Pflanzenkrankheiten


Autor Jennifer Nagel

Über den Autor
Jennifer Nagel

Nach einem redaktionellen Praktikum entdeckte Jennifer ihre Liebe zur Sprache und begann ein Studium zum Werbetexter und Konzeptioner. Seit 2019 arbeitet sie als freie Texterin und Lektorin und verfasst unter anderem interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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