Gemüseanbau

Knollenfenchel anbauen: Standort, Pflege und Ernte

Fenchel gedeiht im Garten als formschöne Gemüsepflanze. Kenner der Knollenpflanze wissen den intensiven, kräuterartigen Geschmack zu schätzen, der rohe und gekochte Gerichte verfeinert. In unserem Ratgeber haben wir die wichtigsten Tipps zu Standort, Pflege und Ernte für Sie zusammengefasst.

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Fenchelknollen im Freilandbeet
Die Arzneipflanze des Jahres 2009 ist eine weltweit verbreitete Gemüse-, Gewürz- und Heilpflanze und gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae)
Inhaltsverzeichnis

Optimaler Standort

Knollenfenchel (Foeniculum vulgare) gilt als Starkzehrer. Die Gemüsepflanze verlangt daher einen humusreichen, nährstoffhaltigen Boden. Idealerweise fällt der Untergrund zusätzlich durchlässig, kalkhaltig und frisch aus. Die Wasser- und Nährstoffversorgung sollte während der Wachstumsphase möglichst gleich bleiben.

Zwar bevorzugt Fenchel einen sonnigen Standort. Die Lage sollte aber dennoch windgeschützt ausfallen. Als gute Nachbarn eignen sich unter anderem Tomaten. Dill, Kümmel und Gewürzfenchel, der eine weitere Fenchelart darstellt, sollten Sie hingegen in einem anderen Beet kultivieren.

Um das Freibeet vor dem Anbau gut vorzubereiten, können Sie die Bodenverhältnisse mit reifem Kompost verbessern. Dieser bietet dem Starkzehrer genügend Nährstoffe und lässt sich im Gemüsebeet großzügig in den Boden einarbeiten. Gleichzeitig können Sie den Untergrund bereits auflockern und die Durchlässigkeit schwerer, lehmhaltiger Böden mit Sand verbessern.

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Knollenfenchel anbauen

Fenchelsamen und Fenchelblüten
Sowohl Knolle, als auch Fenchelsamen und die schönen Fenchelblüten lassen sich verarbeiten

Soll Fenchel in Ihren Gemüsegarten einziehen, sollte Sie sich zunächst für schossfeste oder nicht schossfeste Sorten entscheiden. Wenn der Anbau ohne Gewächshaus gelingen soll und Sie nicht über eine Gartenanlage verfügen, die die Verhältnisse eines Weinbergs aufweist, empfehlen sich schossfeste Fenchelsorten. Diese lassen sich ab Anfang Februar bei 18 bis 22 Grad Celsius auf der sonnigen Fensterbank vorziehen.

Drücken Sie die Samen einzeln und ungefähr einen Zentimeter tief in die Erde. Indem Sie bereits bei der Aussaat auf einen gewissen Abstand der Samen achten, erleichtern Sie sich anschließend das Pikieren. Dieser Schritt erfolgt, wenn die Setzlinge eine Größe zwischen fünf und acht Zentimetern erreicht haben. Setzen Sie die jungen Fenchelpflanzen in geeignete Blumentöpfe um, in denen die Jungpflanzen weiter wachsen können.

Sind die Jungpflanzen kräftig genug, können sie ab April ins Freibeet umziehen. Zwischen den einzelnen Gemüsepflanzen empfiehlt sich ein Abstand von 35 Zentimetern, sodass sich die Knollen ungehindert ausbreiten können. Achten Sie darauf, die Pflanzen nicht zu tief in die Erde zu setzen, damit sich nicht nur lange Knollen entwickeln. Bis Mitte August sollten Sie die Pflanzung beenden, da Fenchel bei zu hohen Temperaturen nur noch lange, flache Knollen ausbildet.

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Fenchel pflegen

Möchten Sie zarte, schneeweiße Fenchelknollen ernten, können Sie die Knollen rund zwei Wochen vor der geplanten Ernte mit etwas Erde anhäufeln. Mit einer Ziehhacke lässt sich die Erde leicht an das Gemüse heranziehen. Achten Sie darauf, dass die Knollen zwar vollständig bedeckt sind, die grünen Blätter jedoch frei bleiben. Die Erde sollte feinkrümelig und feucht, aber nie nass ausfallen.

Um den Untergrund locker und durchlässig zu halten, können Sie das Beet in regelmäßigen Abständen auflockern. Durch das Hacken lässt sich der Unkrautwuchs reduzieren und Sie können kleine Unkräuter während dieser Gartenarbeit direkt entfernen. Da sich Knollensellerie großzügig versamt, sollten Sie ihn im September abschneiden, wenn Sie keine Ausbreitung der Knollenpflanze im ganzen Garten wünschen.

Fenchelknollen ernten

Reife Fenchelknolle
Fenchel ist ein vielseitiges Gemüse, dass zu allerlei Speisen passt und auch in der Heilkunde verwendet wird

Haben die Knollen des Knollenfenchels eine faustgroße Breite erreicht, ist das Gemüse erntereif. In der Regel beginnt die Erntezeit rund drei bis vier Monate nach der Aussaat und endet im November. Die Knollen lassen sich knapp unter der Basis mit einem scharfen Messer abtrennen. Nach der Ernte sollten Sie die Blattstile auf eine Länge von maximal acht Zentimetern einkürzen.

Im Kühlschrank können Sie Fenchel für bis zu zwei Wochen aufbewahren. Um zu verhindert, dass die Knolle austrocknet und während diesem Prozess zäh wird, können Sie das Gemüse in Frischhaltefolie einwickeln. Haben Sie eine größere Menge der Gemüsepflanzen geerntet, empfiehlt sich eine Lagerung im Frühbeet oder im kühlen Keller. Für eine Lagerung im Frühbeet oder Keller schlagen Sie die Knollen in sandiger Erde ein und lagern sie bis in den Spätwinter nebeneinander.

Fenchel verarbeiten und verwenden

Als Gewürzpflanze bereichert Knollenfenchel warme Speisen und kalte Salate. Sein Aroma erinnert entfernt an Anis, während sich ein krautähnlicher, intensiver Geschmack zeigt. Neben der Verwendung in Salaten und Füllungen lassen sich Dips, helle Soßen oder Mayonnaise mit Fenchel verfeinern. Die grünen Blattstile lassen sich ähnlich wie Dill verarbeiten.

Neben der geschmacklichen Seite wird Knollenfenchel eine positive Wirkung bei Völlegefühl nachgesagt. Die enthaltenen Ballaststoffe sollen Gifte und Fette im Darm binden. Das Gemüse dient zudem als Lieferant von Betacarotin, Kalium, Vitamin C, Vitamin E und zahlreichen Mineralstoffen.

Wer möchte, kann aus dem Kraut des Knollenfenchels Fencheltee brühen. Dieser soll die Stimmung aufhellen, das Stresslevel senken, die Verdauung stärken und bei Blähungen helfen. Die enthaltenen ätherischen Öle der Pflanze, die sich vor allem aus Anethol und Menthol zusammensetzen, verleihen der Knollenpflanzen nicht nur das typische Aroma, sondern entfalten ebenfalls eine beruhigende und schleimlösende Wirkung.

THEMEN:   Gemüse Pflanzenpflege Beet Heilpflanzen


Autor Jennifer Nagel

Über den Autor
Jennifer Nagel

Nach einem redaktionellen Praktikum entdeckte Jennifer ihre Liebe zur Sprache und begann ein Studium zum "Werbetexter und Konzeptioner". Seit 2019 arbeitet sie als freie Texterin und Lektorin und verfasst unter anderem interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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