Baumpflege

Kornelkirsche pflanzen, pflegen und zurückschneiden

Die Kornelkirsche ist aufgrund ihrer herrlich gelben, üppigen Blüte und den schmackhaften Früchten ein beliebter Großstrauch. Wir haben für Sie alle wichtigen Details zum Pflanzen, Pflegen und Schneiden zusammengefasst.

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Reife Früchte der Kornelkirsche
Die reifen Früchte der Kornelkirsche sind essbar und schmecken säuerlich
Inhaltsverzeichnis

Standort und Boden

Die Kornelkirsche (Cornus mas), häufig auch als Herlitze oder Dürlitze bezeichnet, bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Achten Sie auf ein ausreichendes Platzangebot, da der Kleinbaum auf bis zu acht Meter heranwachsen kann. In der freien Natur wächst die Kornelkirsche auf eher trockenen und kalkreichen Böden, kommt im Garten aber auch mit schwach sauren und feuchten Böden ohne Staunässe zurecht. Ein durchlässiger sowie nährstoff- und humusreicher Untergrund, der sandig bis lehmig ist, sorgt zudem für einen besseren Wuchs.

Baumarten mit einem dominanten Wurzelwachstum, wie beispielsweise Birke und Ahorn, sollten sich nicht in der Nähe befinden, da sie die Wurzeln der Kornelkirsche verdrängen können. Die goldgelben Blüten geben im Frühjahr übrigens einen schwachen Honigduft ab und ziehen damit Bienen und andere Insekten an, sodass ein Standort neben Kinderspielgeräten oder -plätzen eher ungeeignet ist.

Pflanzzeit

Da Kornelkirschen in der Regel als Jungpflanzen gesetzt werden, sollten sie am besten im frühen Herbst gepflanzt werden. Dann ist die Erde vom Sommer noch leicht erwärmt und die Wurzel haben vor Winter- und Frostbeginn ausreichend Zeit zum Festsetzen. Bei größeren Exemplaren ab 150 Zentimeter Wuchshöhe empfiehlt sich das Frühjahr als Pflanzzeit. Nach dem Frost und kurz vor oder zu Beginn der Vegetationsperiode wachsen die Wurzeln besser an. Das betrifft auch wurzelnackte Kornelkirschen.

Anpflanzen

Gelbe Blüten der Kornelkirsche
Von März bis April bringt die Kornelkirsche mit ihren gelben Blüten Farbe in den Garten

Kürzen Sie vor dem Einpflanzen der Kornelkirsche die dicht verzweigten Wurzeln und Triebe um circa ein Drittel ein. Dadurch spart die Pflanze viel Energie, die sie in das Anwachsen stecken kann. Graben Sie nun mit einem Spaten das Pflanzloch in etwa doppelt so großem Umfang wie der Wurzelballen. Für eine bessere Durchlässigkeit empfiehlt es sich, auf den Pflanzboden anschließend eine zwei Zentimeter dicke Drainageschicht aus Tonscherben, Quarzsand oder Kies auszulegen.

Setzen Sie den Wurzelballen ins Pflanzloch und achten Sie darauf, dass die Einpflanztiefe etwa der in der Baumschule entspricht - als Orientierung dient dabei der bräunliche Verfärbungsrand am Wurzelhals. Vermengen Sie einen Teil der ausgehobenen Erde mit verrottetem Kompost und zwei bis drei Handvoll Hornspänen und füllen Sie das Loch damit aus. Wurzelnackte Exemplare sollten beim Einpflanzen mehrmals gerüttelt und geschüttelt werden, damit sich die Erde gut in dem feinen Wurzelgeflecht verteilt. Abschließend wird der Boden gut festgetreten und der Strauch mäßig angegossen.

Für essbare Früchte empfiehlt es sich, zwei Exemplare in unmittelbarer Nähe zu pflanzen, damit die Bestäubung verbessert wird und eine Fruchtbildung erfolgen kann. Möchten Sie die Kornelkirsche hingegen als Heckepflanze nutzen, setzen Sie maximal drei Sträucher pro Meter.

Unser Experten-Tipp:
Wundern Sie sich in den ersten drei Jahren nicht über ein zu langsames Wachstum, denn der Strauch braucht nach dem Einpflanzen einige Jahre, um sich zu entwickeln.

Gießen

Kornelkirschen stellen keine großen Ansprüche an den Wasserbedarf. Sie kommen mit Hitze und Trockenheit gut zurecht. Wenn Sie Ihren Daumen weniger als zwei Zentimeter in die Erde über dem Wurzelbereich eindrücken können, ist ein Gießen angeraten. Vorsicht ist lediglich bei Staunässe geboten, die durch zu übermäßiges Gießen und einen undurchlässigen Boden entsteht. Gießen Sie deshalb lieber einmal zu wenig als zu viel und achten Sie stets auf einen guten Wasserablauf.

Düngen

Im ersten Jahr der Pflanzung sollte kein Dünger verabreicht werden, da ausreichend Nährstoffe durch die Kompostgabe beim Einpflanzen vorhanden ist. Ab dem zweiten Pflanzjahr werden Kornelkirschen einmal jährlich im Frühjahr mit verrottetem Kompost nachgedüngt.

Schneiden

Knospen und Früchte der Kornelkirsche
Je nachdem, wie die Kornelkirsche wachsen soll, ist hin und wieder ein Formschnitt angeraten

Die Kornelkirsche ist sehr schnittverträglich. Da sie in den ersten Jahren sehr langsam wächst, ist ein Schneiden theoretisch nicht erforderlich. Aber für eine gleichmäßig aufgebaute Krone empfiehlt sich, ab der ersten Blütensaison direkt nach der Welke die Kronentriebe per Rückschnitt in gewünschte Form zu bringen.

Haben Sie Kornelkirschen als Hecke gepflanzt, fördert ein jährlicher Rückschnitt der Wuchshöhe den Wuchs in die Breite. Auf diese Weise verdichtet sich die Hecke besser. Der Rückschnitt sollte ebenfalls nach der Blütezeit erfolgen. Berücksichtigen Sie hierbei, dass Sie gegebenenfalls Fruchtbildungen abschneiden und dementsprechend eine geringe Ernte zu erwarten ist.

Sie können zudem die Blüte durch das Schneiden anregen und die Sträucher vor Vitalitätsverlust durch Alterung bewahren. So geht es:

  • beschädigte, vertrocknete und abgestorbene Triebe mit Astschere oder Gartenschere abtrennen
  • zu lange Triebe einkürzen
  • ältere Triebe vor allem im Strauchinneren an ihrer Basis abschneiden
  • den Schnitt nach der Blüte durchführen, damit die Blütenanlage im Herbst gefördert wird

Überwintern

Kornelkirschen sind enorm winterhart und zeigen sich selbst bei extrem niedrigen Wintertemperaturen sehr robust. Für einen Kälteschutz brauchen Sie deshalb nicht zu sorgen. Lediglich bei Jungpflanzen, die im Herbst gesetzt wurden, ist eine Bodenabdeckung mit Stroh, Laub, Tannennadeln oder Reisig im ersten Winter empfehlenswert.

Krankheiten und Schädlinge

Die Kornelkirsche präsentiert sich als sehr widerstandsfähig und unanfällig gegen Krankheiten sowie Schädlinge. Gelegentlich zieht es allerdings Blattläuse und Pilzerreger des Echten Mehltaus auf die Pflanzen. Diese können Sie beide auf gleiche Weise mit einem umweltfreundlichen Hausmittel effektiv bekämpfen: Seifenlauge. Folgend die Anleitung für die Herstellung und Anwendung:

  • füllen Sie 20 bis 30 Gramm Schmierseife pro Liter in heißes Wasser und lösen sie diese darin auf
  • alternativ zur Schmierseife können Sie die gleiche Menge einer Kernseife in das Wasser raspeln; wichtig ist, dass die Kernseife frei von jeglichen Zusatzstoffen ist
  • schütten Sie anschließend die Seifenlauge in ein Sprühbehältnis
  • sprühen Sie befallene Kornelkirschen tropfnass mit der Seifenlauge ein; vergessen Sie nicht, die Blattunterseiten zu benässen
  • Anwendungshäufigkeit: einmal täglich bis alle zwei Tage, je nach Befallstärke
  • nach etwa einer Woche sollten die Sträucher frei von Blattläusen und Echtem Mehltau sein

Mehr zum Thema: Blattläuse natürlich bekämpfen: Die besten Hausmittel

THEMEN:   Baumpflege Pflanzenpflege


Autor Frank Gerlach

Über den Autor
Frank Gerlach

Als gelernter Landschaftsgärtner hat Frank ein Faible für nützliche Gartengeräte aller Art. Daher testet und schreibt er für sein Leben gern über Rasenmäher, Heckenscheren und Co. Seine Ideen im Landschaftsbau wurden bereits mehrfach ausgezeichnet.

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