Gartentipps

Tierschutz im Garten: 8 Tipps für mehr Sicherheit

Viele Gartenbesitzer fragen sich, was sie selbst für den Tierschutz tun können. Wir geben Ihnen hilfreiche Tipps, welche Gefahrenquellen im Garten lauern, wie Sie einen sicheren Lebensraum für Gartentiere schaffen und das Nahrungsangebot erhöhen.

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8 Tipps für mehr Tierschutz im Garten
Vor allem Wasserstellen wie Tränken, Teiche und Pools stellen für viele Gartentiere eine Gefahr da
Inhaltsverzeichnis

1. Tipp: Gefahrenquellen beseitigen

Für viele Tiere gibt es Gefahrenquellen im Garten, die Sie möglichst finden und beseitigen sollten. Vor allem Kleintiere wie Mäuse, Igel, Frösche oder Ähnliches verenden immer wieder qualvoll in solchen Todesfallen. Zu den am häufigsten vorkommenden Fallen zählen:

  • Pools und Planschbecken
  • Regentonnen
  • Licht- und Kellerschächte
  • mit Wasser gefüllte Eimer, Gießkannen oder andere Gefäße

Während Frösche aus Wasserfallen in der Regel schnell von allein herausfinden, bedeuten sie für Igel, Mäuse und "Nichtschwimmer" meist den Tod durch Ertrinken. Um das zu verhindern, sollten Sie einen Ausstieg am Rand von Wasserbehältnissen und Pools bieten. Alternativ wäre eine schwimmende Ausstiegshilfe, die im Tierfachhandel erhältlich ist, sinnvoll.

Vogeltränken sorgen im Sommer nicht nur für eine Erfrischung der Vögel, auch zahlreiche Insekten bedienen sich hier. Solche Wasserstellen können für Bienen und Wespen aber gefährlich werden. Anflugplätze stellen sicher, dass Insekten sicher trinken können. In niedrigeren Tränken reichen bereits ein paar Steine, während im Pool schwimmende "Inseln" wie beispielsweise leichte Getränke-Untersetzer aus Kork vor dem Ertrinken helfen. Wird ein Swimming- oder Whirlpool längere Zeit nicht genutzt, ist eine vollständige Abdeckung der beste Tierschutz.

Ebenso lebensgefährlich sind Licht- und Kellerschächte, die auch für Frösche zur Todesfalle werden können. Hierfür gibt es im Fachhandel spezielle Froschleitern, über die die Tiere wieder nach oben ins Freie gelangen können. Günstiger geht es mit einem einfachen Holzbrett mit rauer Oberfläche.

2. Tipp: Vorsicht bei Pflanzenschnitten

Jungvögel im Nest in einer Hecke
Selbst erlaubte Pflegeschnitte während der Brutzeit stören viele Vögel bei der Brut

Die Brutsaison erstreckt sich offiziell vom 1. März bis 30. September. Per Gesetz sind während dieser Zeit starke Rückschnitte an Hecken, Sträuchern und Bäumen verboten. Geringfügige Pflegeschnitte sind zwar durchaus erlaubt, stören dennoch viele Gartentiere beim Brüten.

Bevor Sie Ihre elektrische Heckenschere oder die Astschere ansetzen, sollten Sie deshalb die Pflanzen auf eventuelle Nester und Brutstellen kontrollieren. Werden Sie fündig, verschieben Sie Ihr Vorhaben lieber auf den Herbst. So stellen Sie sicher, dass dem Nachwuchs nichts passiert und dessen Eltern nicht vertrieben werden.

3. Tipp: Rückschnitt ins Frühjahr verlegen

Viele Insekten benötigen einen geeigneten Unterschlupf für die Überwinterung. Neben dem Kälteschutz muss er auch Schutz vor Fressfeinden bieten. Schneiden Sie im Herbst alles im Garten herunter, minimieren Sie das Angebot an Winterquartieren, das vor allem in stark bebauten Stadtgebieten sowieso arg begrenzt ist.

Bei vielen Pflanzen ist ein Rückschnitt sowohl im Herbst als auch im Frühjahr möglich. Für den Tierschutz empfiehlt sich das Frühjahrr, damit Ihr Garten dringend benötigte Winterquartiere bietet. Seien Sie außerdem mit dem Rechen bzw. der Harke oder dem Federbesen nicht zu pingelig, wenn Sie für Ordnung und Sauberkeit im Garten sorgen. Über kleine Laubhaufen freuen sich nämlich Igel, Käfer und andere überwinternde Tierarten.

4. Tipp: Mähroboter nur tagsüber mähen lassen

Es gibt viele Tiere, die nachtaktiv sind - unter anderem Igel. Da sie grundsätzlich über einen verschwommenen und unscharfen Blick verfügen, sich dazu noch recht langsam bewegen, ist ein in der Nacht arbeitender Mähroboter eine tödliche Gefahr. Leider erkennen nur die wenigsten Modelle Igel und andere Gartentiere zuverlässig und stoppen die Messer. Tagüber halten sich Igel meist unter Sträuchern oder Laub verstecken, sodass Sie Ihren Rasenroboter zum Wohle der Gartentiere am besten nur tagsüber in Betrieb nehmen. sollten.

5. Tipp: Nistkästen und Insektenhotels ausreichend hoch aufhängen

Vogel vor Nistkasten
Nistkästen sollten so angebracht werden, dass sie nur für die jeweilige Vogelart gut erreichbar sind, jedoch nicht für Räuber

Mit Nistkästen und Insektenhotels schaffen Sie geeignete Plätze zum Brüten, Schlafen, Schutz und Überwintern verschiedener Gartentiere. Katzen, Ratten, Marder und Waschbären sind nur einige Fressfeinde, die den Nachwuchs aus Nestern stehlen beziehungsweise Nistkästen und Insektenhotels plündern. Deshalb ist es wichtig, dass Sie solche Nisthilfen hoch genug aufhängen, wobei natürlich die Höhe zur jeweiligen Tierart angepasst sein muss.

Als Richtwert gelten für

  • Singvögel: zwischen 1,5 und 1,8 Meter
  • für mittelgroße Vögel: zwischen 2,8 und 3,5 Meter
  • für größere Tiere: zwischen 4,0 und 6,0 Meter
  • Insektenhotels: mindestens 1,0 Meter; Bienenhotels auch bis zu 2,0 Meter

6. Tipp: Verzicht auf chemische Mittel

Schädlinge erschweren Hobbygärtnern häufig die Pflanzenpflege. Kein neuer, aber wichtiger Tipp ist, unbedingt auf den Einsatz von chemischen Mitteln im Garten und auf dem Balkon zu verzichten. Es sind mittlerweile zahlreiche Hausmittel bekannt, die ebenso effektiv gegen Schädlinge und sogar Pilze wirken, dabei aber überwiegend umweltfreundlich und natürlich abbaubar sind. Bei der Verwendung von chemischen Mitteln werden zudem häufig auch in der Nähe befindliche Nutztiere getötet. Hausmittel werden hingegen gezielt an betroffenen Pflanzen eingesetzt und haben keine Wirkung auf die nahe Umgebung.

7. Tipp: Vogel- und insektenfreundliche Pflanzen setzen

Käfer auf Holunderblüten
Gewächse wie Holundersträucher bieten sowohl Insekten als auch Vögeln Nahrung

Um möglichst viele Tiere in den eigenen Garten zu locken, ist ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Nahrungsangebot wichtig. Mit der richtigen Pflanzenauswahl können Sie ganzjährig dafür sorgen, dass Vögel, Insekten und andere Tiere stets etwas zu fressen finden und so zusätzlich einen Beitrag zum Tierschutz leisten. Gleichzeitig bieten viele Sträucher und Hecken den Gartentieren wichtigen Schutz und Unterschlupf. Es gibt eine Reihe vogel- und insektenfreundlicher Pflanzen, die sich für den Garten anbieten.

Vogelfreundliche Pflanzen:

  • Efeu (Hedera helix)
  • Eiben (Taxus baccata) - Vorsicht: giftige Pflanzenteile
  • Hainbuchen (Carpinus betulus)
  • Ligustern (Ligustrum vulgare)
  • Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus)
  • Holundersträucher (Sambucus)
  • Vogelbeeren (Sorbus aucuparia)

Insektenfreundliche Pflanzen:

  • Bauernjasmin (Philadelphus coronarius)
  • Berberitze (Berberis)
  • Blauregen (Wisteria)
  • Flieder (Syringa vulgaris)
  • Glockenblumen (Campanula)
  • Lavendel (Lavandula angustifolia)
  • Waldreben (Clematis)
  • Wilder Wein (Parthenocissus quinquefolia)
  • Zaunrübe (Bryonia dioica)

Übrigens können Sie insektenungeeignete Pflanzen leicht an der Blüte erkennen. Die meisten Exemplare mit gefüllten Blüten sind für Insekten eher uninteressant. Dazu gehören beispielsweise manche Dahlien-, Chrysanthemen- und Rosensorten. Durch die dicht stehenden Blütenblätter gelangen sie in der Regel nicht bis an die Pollen oder den Nektar heran.

8. Tipp: Gartenteich mit Flachwasserzone anlegen

Neben der Nahrung ist für alle Tiere auch der Zugang zu Wasser sehr wichtig. Optimale Lebensbedingungen schaffen Sie mit einem Gartenteich. Vermeiden Sie allerdings steile Ufer und integrieren Sie, wenn möglich, eine Flachwasserzone. So kommen auch Kleintiere gefahrlos ans Wasser und können im Notfall den Teich darüber wieder verlassen. Bei bestehenden Gartenteichen kann auch ein langes Brett, das flach vom Wasser zum Ufer führt, Tierleben retten.

THEMEN:   Insekten Tiere Vögel


Autor Romina Seilnacht

Über den Autor
Romina Seilnacht

Auf mein-gartenexperte.de kann Romina als gelernte Gärtnerin ihre Vorlieben für Garten, Pflanzen und Fotografie vereinen und unseren Lesern mit hilfreichen und interessanten Ratgebern die Gartenarbeit erleichtern.

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