Nutzgarten

Kräutergarten planen, anlegen und pflegen

Bereits wenige Quadratmeter reichen aus, um sich einen eigenen Kräutergarten anzulegen, der als Quelle für verschiedene Küchenkräuter, Gewürzkräuter und Heilkräuter dient. Wir geben sieben Tipps für die Planung, Anlage und Pflege.

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Küchenkräuter in einem Kräutergarten
Die meisten Kräutergartenpflanzen sind Stauden oder Zwerggehölze, aber auch einjährige Pflanzen wie Borretsch, Dill und Bohnenkraut werden gerne gepflanzt
Inhaltsverzeichnis

Tipp 1: Kräutergarten planen

Ein Kräutergarten möchte vor seiner Anlage gut geplant werden. Im Fokus steht zunächst die Frage nach seiner Größe und Form. Kräuter lassen sich beispielsweise auf der Terrasse oder dem Balkon in Blumenkästen, Blumenampeln, Töpfen und Kübeln anpflanzen. Wer möchte, kann aber auch einzelne Gartenbeete oder den gesamten Garten mit duftenden Kräutern gestalten.

Die Möglichkeiten sind nahezu grenzenlos und bieten Hobbygärtnern vielseitigen Spielraum. Möchten Sie Kräuter auf geringem Raum unterbringen, gleichzeitig aber auf die unterschiedlichen Standortansprüche eingehen, eignet sich eine Kräuterspirale. Diese präsentiert sich als dekorative Idee und bietet die Möglichkeit, die Abtrennungen zwischen den einzelnen Kräutern individuell nach dem eigenen Geschmack zu gestalten. Es eignen sich zum Beispiel Steine oder Wurzelstücke.

In Gärten mit einer sehr begrenzten Anbaufläche bietet sich auch die Anlage eines vertikalen Gartens an. In diesem "Wandgarten" wachsen die Pflanzen nicht horizontal in die Breite, sondern vertikal in die Höhe. Die Möglichkeiten reichen von Blumentöpfen in einem Regal über Ampel-Konstruktionen bis hin zu kreativen Eigenbauten aus Rahmen, Kisten oder Platten. Vor allem kleine Terrassen und Balkonen lassen sich mit einer vertikalen Anbauweise in grüne Kräutergärten verwandeln, die gleichzeitig als Wandbegrünung und blühende Wandteppiche dienen.

Mehr zum Thema: Vertikaler Garten: Grüne Kunstwerke und blühende Wände

Darüber hinaus lässt sich ein Kräutergarten auch in Form eines Kräuterrads anlegen. Mit Steinen, Baumscheiben oder Holzbrettern lassen sich individuelle Muster und Formen legen, die Sie anschließend sektionsweise mit Kräutern bepflanzen können. Natürlich fühlen sich Kräuter auch im klassischen Kräuterbeet, in einem Hochbeet oder im Nutzgarten zwischen Gemüsepflanzen wohl. Kreative Beeteinfassungen sorgen auch hier für einen optischen Blickfang und lassen sich zum Beispiel aus Baumscheiben, Mosaiks, Steinen oder Buchsbaumhecken gestalten.

Tipp 2: Standortwahl

Verschiedene Gartenkräuter
Der Standort ist unter anderem von der Wahl der Küchenkräuter abhängig

Steht die Form des Kräutergartens fest, rückt die Auswahl der gewünschten Gartenkräuter in den Vordergrund. Denn jede Pflanze verfügt über ihre speziellen Ansprüche, die Sie für einen gelungenen Kräutergarten erfüllen sollten. Während ein großer Teil der Gartenkräuter zu den eher anspruchslosen Schwachzehrern zählt, verlangen andere Sorte mehr Aufmerksamkeit und einen nährstoffreicheren Boden.

Mehrjährige, mediterrane Kräuter wie Lavendel, Rosmarin oder Salbei fühlen sich beispielsweise an sonnigen Standorten mit trockenem und nährstoffarmem Untergrund wohl. Kräuter wie Basilikum, Beifuß oder Pfefferminze verfügen hingegen über einen starken Wuchs und großflächige Blätter. Sie bevorzugen einen Standort im Halbschatten und einen mäßig bis leicht feuchten Untergrund, der die erhöhte Verdunstung über die Blätter und den in der Folge höheren Wasserbedarf ausgleicht. Für den Schatten eignen sich zudem typische Waldkräuter, die im heimischen Garten etwa als Bärlauch oder Waldmeister gedeihen.

Tipp 3: Bodenvorbereitung

Haben Sie die Kräuter ausgewählt, die Ihren Garten zieren sollen, beginnt die Vorbereitung für die Pflanzung. Hier steht vor allem die Vorbereitung des Bodens im Vordergrund. Damit die Kräuter schnell und leicht anwachsen, lockern Sie den Untergrund am gewünschten Standort tiefgründig auf und entfernen alle Unkräuter sowie Wurzeln. Bei schweren Böden empfiehlt sich eine Mischung mit Sand, um die Drainage und somit die Durchlässigkeit des Bodens zu verbessern.

Tipp 4: Kräuter pflanzen

Kräuterpflanzen im Garten
Achten Sie auf die Bedürfnisse der einzelnen Kräuter und legen Sie ggf. ein zweites und drittes Kräuterbeet an

Bei der Pflanzung gilt es die empfohlenen Pflanzabstände einzuhalten. Stehen die einzelnen Kräuter zu nahe beisammen, begünstigt der enge Stand die Ausbreitung von Krankheiten und schränkt die Entwicklung der Pflanzen ein. Nicht jedes Kraut verträgt sich zudem mit seinem Nachbar.

Grundsätzlich gilt, dass mehrjährige und einjährige Kräuter gerne unter sich bleiben. Als direkte Pflanznachbarn eignen sich zum Beispiel Bohnenkraut, Oregano und Salbei. Auch Borretsch, Dill, Kerbel, Majoran und Petersilie fühlen sich nebeneinander wohl. Wer möchte, kann auch Estragon, Pimpernelle und Zitronenmelisse oder Estragon, Salbei, Schnittlauch, Thymian und Zitronenmelisse nebeneinandersetzen.

Gartenwissen: Was bedeutet einjährige, zweijährige und mehrjährige Pflanze?

Einige Kombinationen harmonieren allerdings nicht miteinander, sodass die Pflanzen in direkter Nachbarschaft zueinander trotz bester Pflege eingehen. Vermeiden sollten Sie unter anderem die Nachbarschaft von Basilikum und Melisse, Dill und Estragon, Fenchel und Koriander oder Kamille und Pfefferminze.

Als Einzelgänger verzichten Gewürznelken, Kurkuma, Lavendel, Liebstöckel oder Zitronengras gerne vollkommen auf andere Kräuter in der Nachbarschaft. Sie fühlen sich aber neben anderen Gartenpflanzen wohl, sodass Sie Lavendel beispielsweise im Rosenbeet anpflanzen können.

Wer die Gartenkräuter nicht im freien Gartenbeet, einer Kräuterspirale oder einem Kräuterrad kultiviert, kann sie auch als Kübelpflanzen auf Terrasse oder Balkon anbauen. Für einen gelungen Kräutergarten spielt das gewählte Substrat eine besondere Rolle. Der Handel hält spezielle Mischungen bereit, die exakt auf die Ansprüche der jeweiligen Kräuter zugeschnitten sind und ihnen die optimalen Wachstumsbedingungen bieten.

Tipp 5: Kräuter gießen

Je nach ihrem Ursprungsgebiet verfügen Gartenkräuter über einen unterschiedlichen Wasserbedarf. Mediterrane Kräuter wie Lavendel, Rosmarin oder Thymian benötigen keine Bewässerung und freuen sich lediglich an sehr heißen Sommertagen über zusätzliches Gießwasser. Selbst wenn sie im Blumentopf oder Kübel gedeihen, müssen Sie als Hobbygärtner nur äußerst selten zur Gießkanne greifen.

Anders verhält es sich bei Kräutern mit starkem Wuchs und einem großen Blattvolumen. Die Verdunstung über die großflächigen Blätter fällt hier deutlich stärker aus, sodass die Pflanzen über einen erhöhten Wasserbedarf verfügen und eine regelmäßige Bewässerung zu schätzen wissen. Sowohl im Gartenbeet wie auch bei Topfpflanzen sollten Sie regelmäßig zum Gartenschlauch greifen und die Pflanzen in regelmäßigen Abständen bewässern.

Kräuterernte
Die meisten Kräuter lassen sich beliebig ernten und schmecken frisch aus dem Kräutergarten am besten

Tipp 6: Kräuter düngen

Mediterrane Kräuter zählen häufig zu den Schwachzehrern und bevorzugen nährstoffarme Böden. Schnell nachwachsende Kräuter mit einem starken Wuchs freuen sich hingegen über eine regelmäßige Düngergabe. Zu ihnen zählen unter anderem Basilikum, Minze und Petersilie. Zur Düngung empfehlen sich vor allem Flüssigdünger, die Sie in einem Abstand von zwei bis drei Woche dem Gießwasser beimischen.

Tipp 7: Kräuter ernten

Kräuter werden in der Regel dann geerntet, wenn sie in der Küche oder für andere Zwecke Verwendung finden. Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, Rosmarin oder Thymian lassen sich als typische Garten- und Küchenkräuter in unregelmäßigen Abständen sowie Mengen ernten. Da die Pflanzen sogar einen radikalen Rückschnitt bis zur Basis vertragen und schnell neu austreiben, müssen Sie hier nicht zaghaft vorgehen und können die Kräuter je nach Bedarf ernten.

Besonders wasserhaltige Kräuter, zu denen etwa Basilikum oder Pfefferminze zählen, sollten Sie kurz vor der Verwendung ernten. Damit das Feuchtigkeitslevel möglichst hoch ausfällt, empfiehlt sich die Ernte in der Frühe und am selben Tag, an dem Sie die Kräuter verwenden möchten. Für mediterrane Kräuter spielt der Zeitpunkt der Ernte hingegen keine besondere Rolle, da die Pflanzen auch geschnitten lange frisch bleiben.

THEMEN:   Beet Gartengestaltung Kräuter Heilpflanzen


Autor Jennifer Nagel

Über den Autor
Jennifer Nagel

Nach einem redaktionellen Praktikum entdeckte Jennifer ihre Liebe zur Sprache und begann ein Studium zum "Werbetexter und Konzeptioner". Seit 2019 arbeitet sie als freie Texterin und Lektorin und verfasst unter anderem interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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