Gartenkräuter

Rosmarin pflanzen, pflegen, ernten und überwintern

Rosmarin bereichert den heimischen Garten mit duftenden Blättern, die sich sowohl frisch als auch getrocknet verwenden lassen. Die hellen Blüten setzen farbige Akzente und dienen Bienen und Hummeln als Nahrungsquelle. Wir geben Tipps zur Pflanzung, Pflege und Ernte des mediterranen Halbstrauchs.

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Blühender Rosmarinstrauch
Rosmarin war früher eine eigenen Pflanzengattung, gehört mittlerweile aber zum Salbei
Inhaltsverzeichnis

Welcher Standort eignet sich für Rosmarin?

Der Rosmarin (Salvia rosmarinus) ist ein immergrüner und stark duftender Halbstrauch. Er zählt zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und entstammt als typisches Mittelmeergewächs dem mediterranen Raum. Das Kraut gedeiht jedoch nicht nur an der Mittelmeerküste, sondern fühlt sich auch im heimischen Garten wohl.

Aufgrund seiner Herkunft weiß der Rosmarin einen warmen, sonnigen und geschützten Gartenplatz zu schätzen. Er ist hitzeverträglich und lässt sich sowohl im Freibeet kultivieren wie auch als Kübelpflanze. Der Untergrund sollte stets durchlässig ausfallen und nicht zu Staunässe neigen. Auf mäßig trockenen, kalkhaltigen Böden gedeiht der Halbstrauch am besten.

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Wie wird Rosmarin richtig gepflanzt?

Haben Sie den optimalen Standort gefunden, können Sie Rosmarin entweder aussäen oder pflanzen. Da eine Aussaat wenig erfolgsversprechend ist, empfiehlt sich die Pflanzung von Jungpflanzen. Entscheiden Sie sich für die zweite Variante, können Sie entweder junge Pflanzen aus dem Gartenhandel verwenden oder aus Stecklingen selbst Jungpflanzen ziehen.

Grundsätzlich können Sie Rosmarin als Bestandteil einer Kräuterspirale verwenden, im Freibeet kultivieren oder in Ihren Steingarten integrieren. In einer Spirale fühlt sich der Halbstrauch am höchsten Punkt besonders wohl. Echter Lavendel, Thymian oder Ysop zeigen sich als ideale Pflanznachbarn.

Egal an welchem Standort Sie das Kraut pflanzen möchten: Eine gute Vorbereitung des Bodens erleichtert das Anwurzeln und begünstigt einen üppigen Wuchs. Schwere Boden können Sie daher mit Kies oder Sand auflockern, um die Durchlässigkeit zu erhöhen. Unkraut und Wurzeln sollten Sie vor der Pflanzung entfernen, kleinere Steine können im Boden verbleiben.

Heben Sie zur Pflanzung ein ausreichend großes Pflanzloch aus, das in etwa doppelt so breit wie der Wurzelballen ausfällt. Setzen Sie den jungen Rosmarin in das Pflanzloch, füllen Sie dieses mit Erde auf und drücken Sie diese gut an. Da der immergrüne Halbstrauch eine Höhe von rund zwei Metern erreichen kann, benötigt er ausreichend Platz. Im Beet sollten Sie daher einen Pflanzabstand von mindestens 50 Zentimetern einhalten.

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Wie wird Rosmarin im Kübel gepflanzt?

Rosmarin im Kübel
Rosmarin lässt sich sowohl ins Gartenbeet als auch in einen Topf pflanzen

Neben Freibeet und Kräuterspirale lässt sich der mediterrane Halbstrauch auch als Kübelpflanze verwenden. Die immergrüne Pflanze bevorzugt dabei ein mineralisches, humusarmes Substrat. Verwenden Sie herkömmliche Kräuter- oder Gartenerde, können Sie diese mit Tongranulat oder Sand vermengen, um einen mageren, gut durchlässigen Untergrund zu schaffen.

Rosmarin zeigt sich andauernder Trockenheit gegenüber zwar sehr verträglich, geht bei Staunässe jedoch schnell ein. Das Pflanzgefäß, das Sie verwenden, sollte daher über ein ausreichend großes Abzugsloch am Boden verfügen, sodass das überschüssiges Gießwasser problemlos abfließen kann.

Je älter Ihr Rosmarin ausfällt, desto weniger verträgt er ein Umpflanzen. Es empfiehlt sich daher, von Anfang an ein ausreichend großes Pflanzgefäß zu wählen, in dem sich der Halbstrauch frei ausbreiten kann.

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Welche Pflege benötigt Rosmarin im Garten?

Rosmarin bevorzugt einen trockenen, gut durchlässigen Untergrund, der keine Staunässe bildet. Obwohl der Halbstrauch gut mit längerer Trockenheit zurechtkommt, benötigt er eine regelmäßige Bewässerung. Hier gilt: weniger ist mehr. Wässern Sie Ihren Rosmarin daher in regelmäßigen Abständen mit einer geringen Wassermenge, sodass der Boden rund um den Wurzelballen nie zu feucht wird.

Im März dankt das mediterrane Kraut außerdem einen kräftigen Rückschnitt. Alle Triebe, die sich im Vorjahr gebildet haben, schneiden Sie bis auf kurze Stummel zurück. So erhalten Sie einen kompakten Wuchs und begünstigen einen üppigen Neuaustrieb.

Kultivieren Sie Ihren Rosmarin als Freilandpflanze im Garten, können Sie in der Regel vollständig auf eine Düngung verzichten. Gedeiht die immergrüne Pflanze hingegen im Topf, bietet sich eine Gabe von niedrig dosiertem Flüssigdünger an, die Sie während der Gartensaison zwei- bis dreimal wiederholen können.

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Wann kann man Rosmarin ernten?

Geernteter und getrockneter Rosmarin
Geernteter Rosmarin kann direkt zum Würzen verwendet oder für später getrocknet werden

Rosmarin können Sie ganzjährig ernten und vielseitig verwenden. In der mediterranen Küche sind die duftenden und aromatischen Zweige eine äußerst beliebte Zutat, die Gerichte sowohl als frische wie auch als mitgekochte Beigabe verfeinert.

Um frischen Rosmarin zu ernten, schneiden Sie die Triebspitzen mit einem scharfen Messer ab. Zweige, die Sie nicht direkt verwenden, können Sie entweder trocknen oder einfrieren. Auf diese Weise behält das Kraut sein Aroma und lässt sich für längere Zeit lagern. Alternativ können Sie frisch geerntete Zweige in Öl einlegen und auf diese Weise Rosmarinöl herstellen.

Unser Experten-Tipp:
Ernten Sie Rosmarin am besten an warmen Tagen in der Vormittagszeit, da die Nadeln dann besonders viel ätherisches Öl enthalten.

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Wie lässt sich Rosmarin überwintern?

Rosmarin verträgt leichten Frost bis zu Temperaturen von minus zehn Grad Celsius, ist jedoch nicht vollständig winterhart. Fallen die Wintermonate besonders kalt aus, freut sich der mediterrane Halbstrauch deshalb über einen leichten Winterschutz.

Bei Pflanzen, die Sie im Freibeet kultivieren, können Sie im Wurzelbereich eine dicke Schicht Herbstlaub oder Reisig ausbringen. Die grünen Zweige lassen sich in ein Wintervlies einhüllen, das die Triebe vor dem Einfrieren schützt. Da ein trockener und durchlässiger Untergrund auch im Winter überlebenswichtig für die Pflanze ist, sollte der Boden weder Staunässe bilden noch vollständig zufrieren.

Gedeiht Ihr Rosmarin als Kübelpflanze, können Sie ihn während des Winters in einem unbeheizten Gewächshaus oder an einem hellen, kühlen Ort überwintern. Das Winterquartier muss nicht unbedingt frostfrei ausfallen. Die Temperatur sollte minus zehn Grad Celsius jedoch nicht unterschreiten. Ab März dürfen Kübelpflanzen schließlich wieder Ihren Platz auf Terrasse oder Balkon einnehmen.

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THEMEN:   Beet Kräuter Pflanzenpflege Winter


Autor Jennifer Nagel

Über den Autor
Jennifer Nagel

Nach einem redaktionellen Praktikum entdeckte Jennifer ihre Liebe zur Sprache und begann ein Studium zum Werbetexter und Konzeptioner. Seit 2019 arbeitet sie als freie Texterin und Lektorin und verfasst unter anderem interessante Artikel für unser Gartenmagazin.

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