Blumenpflege

Taglilien pflanzen, pflegen, vermehren und verwenden

Taglilien blühen, je nach Sorte, von Mai bis August und gehören zu den attraktivsten Pflanzen im Gartenbeet. In unserem Ratgeber erfahren Sie, worauf es bei Standort und Pflege ankommt und wie sich die Blumen vermehren lassen.

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Lesedauer: 6 Minuten · 0 Kommentare

Blühen Taglilie
Es gibt viele verschiedene Sorten von Taglilien, die in den unterschiedlichsten Farben blühen
Inhaltsverzeichnis

Standort und Boden

Für Taglilien (Hemerocallis) kommt sowohl ein vollsonniger als auch halbschattiger Standort infrage. Wenn Sie sich für den Halbschatten entscheiden, werden sich lediglich weniger Blütenknospen ausbilden. An die Bodenbeschaffenheit selbst stellt die Staude keine besonderen Anforderungen. Ein gewöhnliches, aber nährstoffreiches und durchlässiges Substrat reicht somit vollkommen aus. Wichtig ist es allerdings, den Boden gleichmäßig feucht zu halten.

Taglilien können problemlos über mehrere Jahre am selben Standort verbleiben. Erst wenn die Blühfreudigkeit nachlässt, sollten Sie an eine Umsiedlung oder Vermehrung in Betracht ziehen.

Unser Experten-Tipp:
Taglilien kommen besonders in Baumgärten, am Teichrand, in schmalen Beeten entlang von Hausmauern oder in Kompositionen mit Gräsern zur Geltung.

Taglilien pflanzen

Grundsätzlich ist das Pflanzen von Taglilien von April bis Oktober möglich. Die beste Pflanzzeit ist allerdings das Frühjahr und der Herbst. Immergrüne Sorten sind möglichst im Frühjahr zu pflanzen, wenn die Frostgefahr vorüber ist. Beim Pflanzen von Taglilien im Beet gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Heben Sie ein circa 30 Zentimeter tiefes Pflanzloch aus.
  2. Lockern Sie das Pflanzloch zu allen Seiten ordentlich auf.
  3. Geben Sie etwas Kompost direkt in das Pflanzloch, um die Taglilie mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen.
  4. Formen Sie nun einen kleinen Erdhügel.
  5. Platzieren Sie die Wurzel auf dem Hügel und verteilen Sie diese nach allen Seiten.
  6. Bedecken Sie die Wurzeln anschließend mit Erde und drücken Sie diese an. Der Wurzelansatz sollte etwa zwei Zentimeter unter der Erdoberfläche liegen.
  7. Gießen Sie die Pflanze mäßig an. Zu viel Wasser ist allerdings zu vermeiden, da dies zu Staunässe und anschließender Wurzelfäule führen kann.
  8. Mulchen Sie den Wurzelbereich.

In Gruppen gepflanzt wirken Taglilien besonders attraktiv. Da die langen, schmalen Blätter der Pflanze jedoch weit überhängen, sollten Sie unbedingt einen großzügigen Pflanzabstand zwischen 50 und 60 Zentimeter einhalten. Dies entspricht etwa vier Pflanzen je Quadratmeter.

Unser Experten-Tipp:
Taglilien kommen im Baumgarten neben Phlox, Astern oder Rittersporn besonders gut zur Geltung.

Taglilie im Topf pflanzen

Alternativ zum Freiland ist es auch möglich, Taglilien im Topf zu pflanzen. Bei dieser Variante sind regelmäßige Wassergaben unverzichtbar. Obwohl Taglilien zu den winterharten Pflanzen gehören, sollten Sie diese im Kübel vor dem Durchfrieren bewahren. Dies gelingt am besten, indem Sie den Kübel mit einem wärmeisolierenden Material umwickeln und mit einer geeigneten Unterlage etwas vom Erdboden abheben.

Passende Pflanznachbarn

Die Auswahl an geeigneten Pflanznachbarn gestaltet sich bei Taglilien als recht umfassend. Infrage kommen alle Blumen und Stauden mit ähnlichen Standortanforderungen und einer Blütenfarbe, die mit der von Taglilien harmoniert. Möglich sind zum Beispiel:

  • Rudbeckien (Rudbeckia)
  • Sonnenbraut (Helenium)
  • Sonnenaugen (Heliopsis)
  • Indianernessel (Monarda)
  • Salbei (Salvia)
  • Schafgarben (Achillea)
  • Sonnenhüte (Echinacea)
  • Astern (Aster)
  • Rittersporne (Delphinium)

Pflege

Taglilien pflegen
Am richtigen Standort bilden Taglilien viele Blüten aus, die jeweils nur einen Tag lang blühen

Taglilien sind recht pflegeleicht. Damit die Stauden allerdings prächtig gedeihen, sind einige wenige Pflegemaßnahmen erforderlich. Hierzu gehören:

Gießen

Bei anhaltender Trockenheit ist darauf zu achten, dass Sie Ihre Taglilien rechtzeitig gießen. Andernfalls beginnen sie damit, die noch ungeöffneten Blütenknospen abzuwerfen. Eine zusätzliche Mulchschicht erweist sich als hilfreich, da diese aktiv dem Austrocknen des Bodens vorbeugt. Darüber hinaus wird das Wachstum von Unkräutern unterdrückt.

Düngen

Für eine üppige Blüte ist es unerlässlich, den hohen Nährstoffbedarf von Taglilien entsprechend zu decken. Darüber hinaus ist es möglich, mit Düngemitteln zusätzlich das natürliche Bodenleben positiv zu beeinflussen.

Rückschnitt und Teilung

Sind Taglilien verblüht, beginnen deren Blätter allmählich zu welken. Dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, die Pflanzen auf etwa 20 Zentimeter zurückzuschneiden. Im Anschluss an diese Maßnahme bietet es sich zudem an, die Taglilie umzutopfen.

Vor dem Umtopfen ist es notwendig, den Wurzelstock auszugraben und in faustgroße Stücke zu teilen. Am besten verwenden Sie hierfür einen scharfen Spaten. Dies trägt dazu bei, dass die Pflanzen fortan deutlich besser anwachsen. Alle bereits verblühten Blütenstände sind im selben Zug zu entfernen. Im Anschluss daran werden die Blüten schneller gebildet und die Pflanze investiert nun keine weitere Energie mehr in die Samenproduktion.

Unser Experten-Tipp:
Falls altes Laub im Winter nicht von selbst verrottet, sollten Sie es im zeitigen Frühjahr entfernen bevor die Pflanze austreibt.

Eine regelmäßige Teilung von Taglilien ist zwar denkbar, jedoch nicht unbedingt notwendig. Denn die Pflanzen sind bereits von Natur aus besonders langlebig. Sofern die Horste über die Jahre zu viel Raum einnehmen, können Sie sie gelegentlich verkleinern. Diese Maßnahme kann entweder im Frühjahr oder im Spätsommer nach der Blüte erfolgen.

Schon gewusst?
Jede Blüte der Taglilie öffnet sich für nur einen Tag, ehe sie schließlich verwelkt. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen bildet die Pflanze zahllose Blüten.

Vermehrung

Taglilien vermehren
Taglilien lassen sich durch Teilung, Kindel und Samen vermehren

Möchten Sie Ihre Taglilien vermehren, findet sich dafür einige Wochen vor dem ersten Frost die ideale Gelegenheit. Alternativ ist das Teilen der Pflanze auch im Frühling vor dem Austrieb möglich. Für die Vermehrung von Taglilien stehen Ihnen die folgenden Möglichkeiten zur Auswahl:

Vermehrung durch Teilung

Um Taglilien mittels Teilung zu vermehren, entnehmen und teilen Sie zunächst den Wurzelballen. Im Anschluss an eine erfolgreiche Teilung ist der Ballen einfach am gewünschten Standort auszupflanzen. Setzen Sie den Wurzelballen so tief, dass der Übergang zwischen Wurzeln und Blattflächen mindestens zwei Daumen dick mit Erde bedeckt ist. Im Anschluss ist die Pflanze großzügig zu wässern.

Vermehrung durch Ableger

Gelegentlich bilden Taglilien selbst Ableger aus, sogenannte Kindel. Diese Triebe wachsen in den höheren Blättern und besitzen bereits eigene Wurzeln. Für die Vermehrung schneiden Sie den Stiel samt Kindel ab und kürzen ihn rund fünf Zentimeter unter dem Ableger. Anschließend wird der Stiel so tief in Anzuchterde gesetzt, dass die Wurzeln vollständig mit Erde bedeckt sind.

Vermehrung durch Aussaat

Rund acht Wochen nach der Blüte finden Sie in den Samenkapseln der Taglilie reife Samen, die sich zur Aussaat eignen. Bewahren Sie das Saatgut im Kühlschrank auf, bevor Sie es Anfang März in einem Topf aussäen. Bedecken Sie die Samen mit rund einem halben Zentimeter Anzuchterde, die leicht angedrückt wird. Anschließend ist es wichtig, für eine gleichbleibende Feuchtigkeit zu sorgen. Bis zur Keimung, die bis zu einem Monat dauern kann, sollte die Tagestemperatur ungefähr bei 20 Grad Celsius liegen. Stellen Sie die Sämlinge danach an einen hellen und mäßig warmen Ort, bevor sie nach den Eisheiligen im Mai ins Freiland ziehen können.

Verwendung

Taglilien nehmen vor allem in der chinesischen Küche einen zentralen Stellenwert ein. Denn alle Teile der Pflanze sind essbar. An großer Beliebtheit erfreuen sich vor allem die Knospen und Blütenschösslinge. Die reiferen Blätter, Wurzeln und Samen werden hingegen seltener verarbeitet.

Die Knospen selbst sind knackig frisch und schmecken leicht süßlich. Die Blüten zeichnen sich im rohen Zustand durch eine angenehm süße Note aus. Diese schmecken auch im getrockneten Zustand. Die Blätter von Taglilien besitzen eine süßliche bis dezent scharfe Geschmacksnote. An eine Konsistenz ähnlich wie von Kartoffeln und einem Geschmack von Nüssen und Maronen erinnern die Wurzeln der Taglilie. Diese können sowohl roh als auch gerieben und gekocht verwendet werden. Die Samen kommen hingegen zerdrückt und gemahlen zum Einsatz.

Schädlinge und Krankheiten

Taglilien Schädlinge und Krankheiten
Taglilien sind recht robust und werden nur selten von Schädlingen befallen

Obwohl sich Schnecken nicht vorrangig an Taglilien zu schaffen machen, zählen sie dennoch zum Speiseplan der Weichtiere. Besonders problematisch wird Schneckenfraß bei jungen, noch nicht sehr wüchsigen Exemplaren.

Gelegentlich treten auch Blattläuse, Schmetterlingsraupen und Gallmücken an Taglilien auf, weshalb Sie Ihre Pflanzen in regelmäßigen Zeitabständen kontrollieren sollten. Die Pilzerkrankung Stängelfäule stellt außerdem ein wesentliches Risiko für die Taglilie dar.

Überwinterung

Alle Sorten der mehrjährigen Taglilie sind winterhart. Die Pflanzen kommen problemlos mit Temperaturen bis -35 Grad Celsius zurecht. Lediglich wenige Züchtungen aus den USA reagieren etwas empfindlicher auf frostige Temperaturen.

Spezielle Schutzmaßnahmen vor Kälte sind nicht notwendig. Bei Bedarf bietet es sich allerdings an, wenige im Herbst abgefallene Laubblätter oder vergleichbare Mulchmaterialien auf dem Wurzelstock zu verteilen.

Achtung: Stark schwankende Temperaturen stellen eine Gefahr für Ihre Taglilien dar, da sich durch wechselndes Auftauen und Frost eine bakterielle Blatt- und Sprossfäule entwickeln kann.

THEMEN:   Blumen Pflanzenpflege Pflanzenschädlinge


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

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