Gemüseanbau

Blumenkohl: Tipps zu Anbau, Pflege und Ernte

Die Zubereitung von Blumenkohl ist auf vielseitige Art und Weise möglich. Nicht zuletzt deshalb wird das Gemüse gerne im Garten kultiviert. Allerdings erweist sich Blumenkohl als recht anspruchsvoll, weshalb Sie einige Dinge beachten sollten. Mit unseren Tipps gelingt es Ihnen dennoch, eine erfolgreiche Ernte zu erzielen.

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Reifer Blumenkohl im Beet
Blumenkohl wird regional auch als Käsekohl, Blütenkohl, Traubenkohl, Minarett-Kohl oder Italienischer Kohl bezeichnet
Inhaltsverzeichnis

Standort und Boden

Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis) genießt zwar die warmen Sonnenstrahlen, sollte aber dennoch gelegentlich etwas Schatten abbekommen. Falls Sie einen sonnigen Standort bevorzugen, empfiehlt es sich, mit entsprechenden Hilfsmitteln für Halbschatten zu sorgen. Äußerst praktisch ist es beispielsweise, den bereits angewachsenen Kohl mit seinen eigenen Blättern vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen. Somit kann sich die Pflanze bis zu einem gewissen Grad selbst Schatten spenden.

Als ideal gilt eine kalkhaltige, lehmige, tiefgründige und nährstoffreiche Bodenbeschaffenheit. Ein hoher Kalkgehalt reduziert die Anfälligkeit für Kohlhernie. Beste Voraussetzungen liefert dabei ein pH-Wert zwischen 6 und 7.

Blumenkohl pflanzen

Junge, vorgezogene Blumenkohlsetzlinge
Blumenkohl lässt sich, wie viele andere Kohlarten auch, gut in Anzuchterde vorziehen

Grundsätzlich gliedert sich das Angebot von Blumenkohl in ein- und zweijährige Sorten. Meist werden jedoch einjährige Exemplare im Garten kultiviert. Für die Pflanzung von Blumenkohl kommen die folgenden beiden Varianten infrage:

1. Eigene Aussaat

Um Blumenkohl selbst auszusäen, benötigen Sie zunächst ein entsprechendes Saatgut. Samen sind sowohl im Gartencenter als auch in gut sortierten Baumärkten erhältlich. Beim Kauf stellt sich zunächst die Frage, ob Sie frühe oder späte Sorten bevorzugen. Erstere werden gerne als Sommerblumenkohl bezeichnet und können von März bis Juni ausgesät werden.

Die Aussaat von frühen Sorten erfolgt in einem Pflanzgefäß wie einer Aussaatkiste oder einem Blumentopf. Rund zwei Wochen vor der Pflanzung bietet es sich an, reichlich Algenkalk und Kompost in die Erde einzuarbeiten. Zusätzlich darf eine weitere Portion Kalk direkt in das Pflanzloch gegeben werden. Nach rund vier bis sechs Wochen bilden sich Setzlinge, welche nun im Beet ausgepflanzt werden können.

Bei späten Sorten, dem sogenannten Herbstblumenkohl, kann die Aussaat direkt im Beet erfolgen. Der ideale Zeitraum liegt hierfür zwischen April und Juni. Es empfiehlt sich, vorab die Erde mit den Händen oder einem Spaten etwas aufzulockern, um die Pflanzlöcher zu graben. Geben Sie in jedes Pflanzloch zwei bis drei Samen.

Unser Experten-Tipp:
An kühlen Tagen im April bietet sich eine Folienabdeckung an, um Ihre Pflanzen zu schützen.

2. Auspflanzung von Setzlingen

Insbesondere dann, wenn Sie sich selbst noch zu den eher unerfahreneren Gärtnern zählen, ist der Kauf von fertig vorgezogenen Setzlingen sinnvoll. Die Vorbereitung der Pflanzlöcher gelingt am einfachsten, indem Sie die Erde zuvor etwas auflockern. Graben Sie die Jungpflanzen im Anschluss etwa einen Zentimeter tief ein. Da Blumenkohl sowohl nach oben als auch in die Breite wächst, sollten Sie zwischen den Pflanzen einen Abstand von 50 bis 60 Zentimeter einhalten. Somit erhalten die einzelnen Exemplare ausreichend Platz zum Wachsen.

Fruchtfolge und Mischkultur

Bei Bedarf ist es denkbar, vor dem Anbau eine Gründüngung auszusäen. Da Blumenkohl den Kreuzblütlern (Brassicaceae) angehört, ist auf die Verwendung von Senf und Ölrettich zu verzichten. Erbsen, Kopfsalat, Lauch, Sellerie und Spinat kommen hingegen als gute Nachbarn infrage. Von der direkten Nachbarschaft mit Knoblauch und Zwiebeln ist abzuraten. Grundsätzlich gilt, dass Sie mindestens drei Jahre abwarten sollten, bevor Sie Blumenkohl erneut im selben Beet auspflanzen.

Pflege

Blumenkohl richtig pflegen
Blumenkohl gibt es nicht nur in weiß, sondern auch in gelbgrüner oder violetter Variante

Damit Blumenkohl in Ihrem Garten üppig gedeiht, sollten Sie die Pflanze mit entsprechenden Pflegemaßnahmen unterstützen. Das Kohlgemüse ist besonders empfindlich, weshalb ein vorsichtiger Umgang unverzichtbar ist. Neben einer regelmäßigen Auflockerung des Bodens für die verbesserte Durchlüftung sind folgende Tätigkeiten zu verrichten:

Gießen

Eine ausreichende Wasserversorgung ist für die gesunde Entwicklung von Blumenkohl unverzichtbar, da die Pflanze andernfalls ein geringes Blattwachstum mit kleinen Köpfen ausbildet. Hinzu kommt, dass ein Wassermangel das sogenannte „Schossen“ begünstigt.

Direkt nach dem Einpflanzen ist das großzügige Angießen besonders wichtig. In den darauffolgenden zwei Wochen benötigt der Blumenkohl vergleichsweise weniger Wasser. Allerdings sollten Sie Ihre Pflanzen weiterhin regelmäßig gießen, ohne dass sich Staunässe bildet. Wird die Pflanze mit einer ausreichenden Menge Wasser angereichert, kann sie einen entsprechend großen Kopf ausbilden. Darüber hinaus wird das Wachstum des Wurzelsystems angeregt.

Unser Experten-Tipp:
Durch regelmäßiges Harken sinkt die Verdunstung des Bodens.

Düngen

Bevor Sie mit dem Pflanzen beginnen, empfiehlt sich die Anreicherung des Bodens mit einem Düngemittel. Während des Sommers besteht die Möglichkeit, wöchentlich mit verdünnter Brennnesseljauche zu düngen oder alternativ ein bis zwei Mal mit Hornmehl nachzudüngen. Vergleichbare organische Gemüsedünger sind ebenfalls geeignet.

Während der Wachstumsphase ist darauf zu achten, dass Sie den Boden nicht mit zu viel Dünger anreichern. Denn dadurch könnten die Pflanzen schlimmstenfalls Schaden nehmen. Somit gilt ein regelmäßiges Düngen in Maßen wie beispielsweise einmal wöchentlich als sinnvoller als seltenere größere Gaben. Die Dosierung orientiert sich dabei an der Art des jeweiligen Düngemittels. Stallmist eignet sich ebenso gut wie Kompost.

Achtung: Etwa zwei bis drei Wochen vor der Ernte sollten Sie die Düngergaben vollständig einstellen. Denn dann entfaltet der Blumenkohl ein intensiveres Aroma.

Schädlinge und Krankheiten

Kohlweißlingsraupe und Kohlfliegen
Die Raupen des Kohlweißlings und Kohlfliegen sind häufige Blumenkohl-Schädlinge © André Karwath aka Aka - Wikimedia | CC BY-SA 2.5

Blumenkohl zeigt sich, wie andere Kohlarten auch, recht anfällig für Schädlinge. Eine besondere Gefahr stellt beispielsweise die Kohlfliege dar, indem sie ihre Eier direkt am Wurzelhals ablegt. Die Maden beginnen damit, die Wurzeln abzufressen und verhindern somit das gesunde Wachstum der Pflanze. Um einem solchen Befall zuverlässig vorzubeugen, sind besondere Schutzmaßnehmen zu ergreifen. Vogel- und Gemüseschutznetze schützen die Pflanze sowohl von unten als auch von oben. Auf diese Weise werden auch die Raupen des Kohlweißlings und der Kohlrüben-Blattwespe ferngehalten.

Halten Sie den Boden außerdem gut feucht, um Erdflöhe abzuwehren. Großzügige Pflanzabstände minimieren zudem das Risiko für einen Schädlingsbefall. Mit der Pflanzung in einer windoffenen Lage sowie eine Anzucht unter Vlies beugen der Kohldrehherzmücke vor. Ein solcher Befall äußert sich in verdreht wachsenden Kohlblättern.

Zu den häufigsten Blumenkohl-Krankheiten zählen die Kohlhernie, Verticillium-Welke und Adernschwärze, die bei vielen Kreuzblütlern auftreten. Da die Erreger über mehrere Jahre im Erdboden bleiben können, empfiehlt sich eine ausgewogene Fruchtfolge und eine längere Anbaupause von Kohlgewächsen am selben Standort von drei bis fünf Jahren.

Ernte und Lagerung

Geernteter und verarbeiteter Blumenkohl
Blumenkohl schmeckt am besten, wenn er nach der Ernte direkt verarbeitet wird

Wird Blumenkohl bereits zu Jahresbeginn im Gewächshaus kultiviert, kann die erste Ernte in der Regel ab Juni erfolgen. Im Durchschnitt ist Blumenkohl rund acht bis zwölf Wochen nach der Pflanzung erntereif. Die tatsächliche Kulturdauer orientiert sich dabei an der gewünschten Größe Ihres Blumenkohlkopfes.

Der ideale Erntezeitpunkt ist dann, wenn der Kopf noch nicht geöffnet ist. Denn sobald sich die Köpfe öffnen und Spalten entstehen, ist die Reife bereits überschritten. Um dies zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Blumenkohl nach einer Kulturdauer von rund acht Wochen täglich zu kontrollieren. Wichtig ist, dass sich der Kopf fest anfühlt. Die Festigkeit lässt sich überprüfen, indem Sie mit Ihrem Finger vorsichtig gegen den Blumenkohl drücken.

Häufig kommt es vor, dass nicht alle Blumenkohlpflanzen gleichzeitig ausreifen und sich die Ernte über einen Zeitraum von zwei Wochen erstreckt. Wenn Sie bei der Aussaat zeitversetzt vorgehen, kann Blumenkohl über mehrere Wochen geerntet werden. Dabei gilt es, den empfohlenen Zeitraum nicht zu überschreiten.

Ausgereifte Blumenkohlköpfe sind mit einem scharfen Messer abzuschneiden. Dabei ist auch der Strunk des Kohls aus der Erde zu entfernen, um einem Schädlingsbefall vorzubeugen.

Blumenkohl richtig lagern

Im Anschluss an die Ernte umfasst die Haltbarkeit von Blumenkohl im Kühlschrank lediglich wenige Tage. Alternativ ist es auch möglich, die frisch geernteten Köpfe in Röschen zu teilen und anschließend einzufrieren. Blumenkohl lässt sich bei Bedarf auch frisch verarbeiten und verzehren.

Überwinterung

Bei der Kultivierung von Winter-Blumenkohlsorten handelt es sich um winterharte Exemplare, die Fröste bis zu -12 Grad Celsius vertragen können. Somit können die Pflanzen während der Wintermonate problemlos auf dem Beet im Freiland verbleiben. Die Ernte kann dabei meist ab April erfolgen. Die Kultivierung von Blumenkohl während des Winters ist vorrangig in milden Regionen zu empfehlen.

THEMEN:   Gemüse Pflanzenkrankheiten Pflanzenpflege Pflanzenschädlinge


Autor Carina Staiger

Über den Autor
Carina Staiger

Nach Wirtschaftsabitur und Ausbildung hat sich Carina für das Leben als freie Texterin entschieden. Mit ihrem Fachwissen zu den unterschiedlichsten Gartenthemen berät und unterhält sie unsere Leser.

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