Gartenarbeiten

Frühstart: Winterliche Projekte für den sommerlichen Garten

Ab November gibt es in Sachen Anpflanzen nur sehr wenig zu tun. Das ist jedoch kein Grund, den Garten bis zum Frühjahr nicht mehr zu betreten. Im Gegenteil, jetzt können Sie hier einige Projekte durchführen, damit Sie deren „Früchte“ bereits bei den ersten Frühlingssonnenstrahlen ohne Zeitverzögerung genießen können. Wir stellen 7 tauglichen Arbeiten vor.

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Garten in der Winterruhe
Auch im winterlichen Garten gibt es viel zu tun - besonders, wenn Sie im Sommerhalbjahr weniger Arbeit haben möchten
Inhaltsverzeichnis

1. Größere Fäll- und Schnittarbeiten

Sowohl das Bundesnaturschutzgesetz wie sämtliche bundeslandspezifischen Ausprägungen davon gestatten es nur, zwischen dem 1. Oktober und dem jeweils letzten Tag des Februars solche Arbeiten durchzuführen, bei denen Sie Bäume, Hecken und Sträucher massiv zurückschneiden oder sogar ganz entfernen.

Nicht zuletzt mit der komfortableren Situation, die sich durch die winterlich abgefallenen Blätter ergibt, sollten Sie deshalb in diesen Wochen mit offenen Augen durch Ihren Garten gehen: Gibt es vielleicht Äste, die allmählich bedrohlich lang werden? Könnten die Frühjahrstriebe einer Buchsbaumhecke untragbar viel Schatten auf Ihre Gemüsebeete werfen? Können Sie derartige Fragen mit „Ja“ beantworten, wird es wahrscheinlich Zeit, bei trockenem Wetter zur Benzinkettensäge zu greifen.

Jedoch Vorsicht: Der genannte Zeitraum ist lediglich der kleinste gemeinsame Nenner aller diesbezüglichen deutschen Gesetze. Es kann in Ihrer Kommune oder in Ihrem Wohngebiet durchaus sein, dass dort strengere Gesetze gelten. Demnach dürfen Sie beispielsweise gar keine Bäume ohne triftigen Grund fällen. Kontaktieren Sie deshalb frühzeitig vor Projektbeginn das örtliche Rathaus.

Übrigens: Wenn Sie das anfallende Holz als Brennholz nutzen möchten, sollten Sie es zeitnah auf Ofenmaß kürzen, spalten und regengeschützt sowie gut belüftet aufsetzen. Im Winter führt Holz den geringsten Wasseranteil. Spalten und zerteilen Sie es, trocknet es so besonders schnell durch und kann mitunter schon im kommenden Winter verheizt werden.

2. Neue Gartenwege anlegen

Um Gartenwege anzulegen, sind je nach gewünschtem Stil immer Grabungsarbeiten erforderlich, teilweise müssen Sie zudem betonieren. Für beides sind frostfreie, halbwegs trockene Wintertage der vielleicht bestmögliche Zeitraum:

  • Winterfeuchte Erde ist zwar schwer, lässt sich aber dafür deutlich besser ausheben als sommerlich trockenes Erdreich. Spaten und andere Grabwerkzeuge „gehen“ in solchem Erdreich einfach besser.
  • Es ist bei kühlen Temperaturen deutlich leichter, frischgegossenen Beton vor zu schneller Austrocknung und vor Verwässerung zu schützen. Zu rasch verdunsten wird das Wasser keinesfalls und der Regenschutz kann durch simple Planen gewährleistet werden, wohingegen Sie im Sommerhalbjahr vielfach sogar zusätzlich wässern müssten.

Das einzige echte Ausschlusskriterium sind tagelange Phasen von starkem Regen sowie Dauerfrost. Beides macht die Arbeit unnötig anstrengend; scharfer Frost kann sogar den noch nassen Beton beschädigen, indem das Wasser gefriert, bevor das Zementpulver abbinden konnte.

Ein weiteres Plus für dieses Projekt sind die abgefallenen Blätter: Je nachdem, ob sie Ihren Gartenboden weitgehend bedecken oder nur einen Teil, können Sie durch simples frei-Rechen oder gezieltes Aufschütten den groben Verlauf der Wege perfekt markieren und „am lebenden Objekt“ auf seine Praxistauglichkeit überprüfen.

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Erde mit einem Spaten ausheben
Winterfeuchter Boden lässt sich deutlich leichter bearbeiten als solcher, der bereits wieder von der Sonne ausgetrocknet wurde

3. Pools und Teiche errichten

Graben ist immer eine schweißtreibende Angelegenheit. Etwas, was Sie schon deshalb im Sommerhalbjahr wahrscheinlich gerne vermeiden würden. Doch wenn es um Wasser in Ihrem Garten geht, kommt überdies noch hinzu, dass Sie hier einen besonders großen Anreiz haben, bereits bei den ersten Sonnenstrahlen einfach nur genießen zu wollen, statt dann erst zur Schaufel zu greifen.

Es gibt also absolut probate praktische Gründe, warum Sie im Winter ein solches Großprojekt angehen sollten. Überdies ist es dann wahrscheinlich nicht nur leichter, Bagger und anderes Werkzeug zu mieten, sondern mitunter sind auch Pools deutlich günstiger.

Dabei gilt diese Vorgehensweise praktisch unabhängig von den tatsächlichen diversen Becken-Bauarten. Praktisch jeder Pool benötigt ungeachtet seiner weiteren Details zumindest grundlegende Grab-, Nivellier- und Fundamentarbeiten - dies gilt sogar dann, wenn Sie nur einen aufblasbaren Pool wünschen. Im besten Fall können Sie dann, sobald der Wetterbericht das erste warme Wochenende vorhersagt, den Gartenschlauch aufdrehen und sofort ins Nass springen, während andere noch mit dem Errichten beschäftigt sind.

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4. Neue Beete anlegen

Es gibt verschiedene Philosophien, wie der Boden von bestehenden Beeten aufzulockern ist. Manche schwören auf die Kraft der Motorhacke, andere hingegen pflegen einen ökologischeren Ansatz mit Sauzahn oder Grabgabel, wieder andere graben das Beet Scholle für Scholle nach alter Väter Sitte mit dem Spaten um.

Alle Diskussion endet jedoch dort, wo überhaupt erst einmal ein Beet aus einem bisher mit Rasen oder Wiese bedeckten Areal gemacht werden muss. In diesem Fall ist es schlicht zu wahrscheinlich, dass der Mutterboden darunter so verdichtet ist, dass Sie nur noch zu besagter Motorhacke oder dem Spaten greifen können.

Hierfür ist der Winter sogar die mit Abstand beste Zeit. Neben dem weiterhin gültigen Vorteil des vereinfachten Grabens bei nicht zu nassem Boden, kommen hier drei weitere starke Argumente hinzu:

  • Um einen derartigen Boden wirklich aufzulockern, muss seine Struktur durchgängig und tiefgreifend aufgebrochen werden. Je nach Werkzeug wird dabei auch die vertikale Anordnung der Bodenschichten durcheinandergebracht. Das liegt daran, dass in unterschiedlichen Tiefen unterschiedliche Bodenorganismen leben. Ein derart frisch angelegtes Beet ist zunächst stark strapaziert und sollte sich mindestens sechs Wochen regenerieren, damit die Organismen sich wieder neu sortieren können.
  • Winterregen und Schnee können in einen aufgelockerten Boden viel tiefer eindringen. Da in vielen Landstrichen nach wie vor die Böden bereits in geringen Tiefen immer noch staubtrocken sind, sorgt dies für ein verbessertes Wasserreservoir für das Frühjahr.
  • Sollte es in Ihren Breiten scharfen Frost geben, dürfen Sie sich darüber freuen, dass dieser den Boden nochmals zusätzlich aufbrechen und noch viel feinkrümeliger machen wird. Das gilt sogar dann, wenn Sie mit dem Spaten wirklich grobe Schollen erzeugen.

Sobald die Freilandsaison beginnt, müssen Sie ein solches Beet höchstens noch einmal mit Rechen oder Grubber kurz oberflächlich auflockern und können sofort mit der Aussaat beginnen.

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5. Pflege- und Reparatur von Gartenmöbeln

Im Sommerhalbjahr werden Sie wahrscheinlich anderes zu tun haben, als mit Knarre und Pinsel an Ihren Gartenmöbeln zu arbeiten. Insbesondere jedoch, wenn diese zu einem großen Teil aus Holz bestehen, benötigen sie schlicht irgendwann Pflege, um möglichst lange zu halten.

Der Winter ist, wenn Sie die Gartenmöbel ordnungsgemäß eingelagert haben, die perfekte Zeit, sich diesen Arbeiten zu widmen:

  • Ziehen Sie alle Schrauben und sonstigen verstellbaren Verbindungen nach. Erfahrungsgemäß lockern diese sich durch Wärme und Kälte mit der Zeit. Ziehen Sie sie bei Kälte zusammen, sind sie besonders fest, wenn sich das Holz im Frühjahr wieder etwas dehnt.
  • Schleifen Sie deckende Lacke und Lasuren mit einer 240er Körnung an, damit ein neuer Auftrag umfassend gut hält.
  • Ergänzen Sie Ölungen durch den Auftrag eines Leinölfirnis-Terpentin-Gemisches. Dieses zieht ins Holz ein und härtet dort über die kommenden Tage und Wochen aus. Alternativ können Sie auch speziellere Holzpflegemittel nutzen.

Die beiden letztgenannten Arbeiten sollten Sie jedoch entweder bei sehr mildem Winterwetter oder in einer beheizten Umgebung durchführen. Lacke, Lasuren und Leinöl sollten unter zirka 10°C nicht verarbeitet werden, weil sie dann zu dickflüssig sind und schwer bis gar nicht austrocknen bzw. aushärten. Dies gilt ebenso dann, wenn Sie Gartenmöbel aus anderen Materialien streichen oder lackieren möchten.

Gartenstühle neu streichen
Das Auffrischen von Schutzanstrichen sollte unbedingt im Warmen stattfinden, andernfalls trocknen diese teilweise bis ins Frühjahr nicht richtig durch

6. Neue Zäune und andere Einfriedungen errichten

Ist Ihr Garten an seinen Rändern auch besonders grün durch Blumenbeete und Büsche? Dann werden Sie wahrscheinlich schon bemerkt haben, dass es im Sommerhalbjahr manchmal schwierig bis unmöglich sein kann, überhaupt die Grundstücksgrenze zu erreichen - da diese ordentlich zugewachsen ist. In diesen „schönen Monaten“ einen Zaun zu errichten, ist deshalb meistens unnötig anstrengend. Abermals kommt zudem der trockene Boden hinzu, der auch beim Einschlagen von Pfählen hartnäckigen Widerstand leisten kann.

Was aber wirklich dafürspricht, ein solches Projekt im Winter anzugehen, ist die bereits angesprochene Blattlosigkeit der meisten Gartengewächse in Verbindung mit der Möglichkeit, nötigenfalls per Astschere und Säge Hindernisse kurzerhand zu beseitigen. Auf diese Weise können Sie einen Zaun ziehen, ohne dabei Blühendes und Grünendes zu ramponieren. Und soll die Einfriedung zuwachsen, kann das Frühjahr gleich damit beginnen.

Wichtig: Beachten Sie abermals die jeweils gültigen Landesgesetze zur Grenzbebauung und Einfriedung. Hier gibt es vielfach unterschiedliche erlaubte Einfriedungshöhen sowie Abstimmungspflichten mit den Besitzern der angrenzenden Grundstücke.

7. Ein Gartenhaus aufbauen

Es gibt kaum einen teureren Jahreszeitraum, um ein Gartenhaus zu bauen, als das Frühjahr. Dann will jeder eines haben, um die neue Gartensaison standesgemäß einzuläuten. Schon dieses Argument spricht dafür, einfach etwas früher loszulegen, es gibt jedoch noch ein weiteres:

Je kälter es ist, desto geringer ist das Risiko, dass die lagernden und transportierten Bretter und Bohlen verschmutzt werden. In diesem Sinne wären Dauerfrost und Sonnenschein sogar das beste Klima zum Aufbau - und selbst der Innenausbau geht leichter von der Hand, wenn keine Sommersonne auf das dünn isolierte Teerdacht drückt.

Wichtig: Abermals müssen Sie hier die Landesbaugesetze beachten. In bald jedem Bundesland gibt es unterschiedliche Bemessungsgrenzen, bis zu denen ein Gartenhaus ohne Baugenehmigung errichtet werden darf.

Unser Experten-Tipp:
Nach all diesen Arbeiten ist es durchaus angebracht, Feuerkorb oder -schale zu entfachen und es sich daran bei einem Tee oder Glühwein gemütlich zu machen.

THEMEN:   Winter Gartenmöbel Gartenteich


Autor Tim Sydekum

Über den Autor
Tim Sydekum

Als Gartenliebhaber und Gründer von mein-gartenexperte.de ist Tim zuständig für spannende Produkttests, interessante Berichte und informative Beiträge aller Art. Er hat eine technische Ausbildung und jahrelange Erfahrung im Gartenbereich.

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